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Bald waren die geweihten Diener Gottes durch glänzende Vor-spiegelungen Meister und Lenker aller Gcmüther. Doch scheint es,daß sie selbst, ungeblendet von den Botschaften der Ausgewander-ten, nicht früher des Aufruhrs Zügel schießen lassen wollten, bisOesterreich wirklich den Krieg angekündet, nnd Helvcticn ange-griffen haben würde. Bis dahin war es ihnen genug, den Standder Währung und Gesetzlosigkeit zu unterhalten; die Kraft derneuen Obrigkeiten zu lähmen; Waffen und Kriegsvorräthc in tieferStille sammeln*), nnd die Nachbarschaften durch Ansgesandte er-muntern zu lassen.
Länger konnte der Statthalter Ludwig Kayscr nicht ge-lassenen Muthcs die einbrechcnde Verwirrung dulden. Schon droh-ten die Lärmer lauter; schon verkündeten sie, mit dem Untergangder Republik, Rache an deren Freunden; schon legten die Unter-beamten, zitternd vor der Wuth der Menge, ihre Stellen nieder;schon wagte Niemand ohne Beben, die Gesetze der Regierung be-kannt zn machen, oder deren Befehle zu vollstrccken.
Das Direktorium, von der Gefahr naher Empörung benach-richtigt, schickte den Regierungsstatthaltcr Von Matt gen Stans,den Nebel des Trugs zu zerstreuen.
Er kam. Volk und Priester wurden versammelt. Er redete dieSprache des warnenden Mitbürgers. „Warum, liebe Mitbürger,sagte er, diese Währung? Niemand will ench die Religion eurerVäter rauben. Und wenn man es wollte, ich würde mich an eureSpitze stellen, und heute noch mit ench ziehen. Aber unsere Ver-fassung verbürgt uns ungestörten Gottesdienst. Die Einschränkungeiniger Privilegien der Geistlichkeit ist keine Vernichtung der Re-ligion. Hat nicht selbst einst unser Landsmann Lässt ans dem Kon-zilium zn Trident im Namen der ganzen katholischen Schweiz
°) Der schreckliche Tag re. S. Kt.