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Alle diese unglückliche» Auftritte um Nidwaldens Grenzen hattenfür die Hirten dieses Geländes Reiz des Beispiels. Sie sehntensich, ihren Priestern und der Welt den angestammten Muth zuzeigen, für die wankende Kirche Gottes in den heiligen Streit zugehen.
Noch stand Ludwig Kahscr, der Nnterstatthaltcr, unerschrockendem furchtbaren Triumvirat der drei Priester, Lüssi, Käßli undKaplan Kayser entgegen. Getreu der Pflicht, verschmähte er ihrDrohen, und rang er dem Strom der Schwärmerei durch Hilfeder redlichsten Männer des Landes entgegen. Doch die bethörteMenge hörte nur des Priesters Wort.
Die Geistlichen schloffen Bund mit lenksamen Demagogen inallen Dorfschaften, und hielten regen Briefwechsel in entferntenund benachbarten Kantonen. Fremdlinge, gesandt von Feldkirchund Konstanz, der schweizerischen Ausgewanderte» Zuffuchtsort,kehrte» bei ihnen ein, und hinterbrachtcn geheime BotschaftenLüssi vertrante allen, die zu ihm aus de» Gemeinden kamen, daßder Kapuziner Paul Styger von der kaiserlichen Armee ange-kommen sei; daß derselbe von Männern großen Ranges Auftraghabe, an Uri, Schwyz und Unterwalden zu melden, Oesterreichwerde ungesäumt zu Hilfe ziehen; und sollten sie angegriffen wer-de», bevor es mit HecrcSmacht angcrückt sein würde, müßtensie sich standhaft wehren, und glauben, es werde mit seinem Schwerteihre alten Rechte erneuern. Er gab vor, daß in den ersten Tagendes August ein kaiserlicher Offizier, noch triefend vom Schweiß,ihn in die „Rieden" berufen, und mit Vorweisung eines Briefesgemeldet, wie der Kaiser den 15. August die Schweiz angreifenwürde *).
) Die Rieden sind eine Gegend bei Stans mit zerstreut in den Mattenliegende» Hütten geheißen.