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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
243
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Frucht feil zu bieten, kehrten die Hirten nie, ohne eine Mengeseltsamer Gerüchte in die Heimat zurückzutragen. Diese Gerüchte,falsch verstanden, noch falscher wieder erzählt, gewannen an Glaub-würdigkeit, was sie an Wahrscheinlichkeit einbüßten. Biele erzähltenvon des Kaisers ungeheuer»! Kriegsheer, von seinem nahen Ein-bruch, von der Wiederherstellung der alten Ordnung. Andere vonden blutigen Niederlagen der Franzosen in allen Theilen der Weit.Andere von umgcschlagenen Freiheitsbäumen, Aufrühren und Wei-gerungen der Kantone, den Bürgereid zu schwören.

Einfiedelns von den Engeln geweihte Kapelle, wohin sonst all-jährlich Tausende aus allen Gegenden der katholischen Schweiz undDeutschlands zu wallfahrten pflegten, war von den Franzosen zer-stört. Desto zahlreicher aber wurden nun die Pilgerschaften derAndächtigen zu unserer lieben Frau zum Schnee auf demhohen Nigiberge. Eben diese Ausfahrten dienten den Mönchen zumleichten Mittel, sich der Gemüther des Volks zu bemächtigen, undzum Widerstande gegen des Eides Leistung zu entstammen.

Wirklich brachen in den verschiedensten Gegenden der Schweizum diese Zeit einzelne Aufstände aus. Sic wurden aber leicht durchMuth der Beamten, durch Treue der republikanisch-gesinnten Land-schaften, und durch Truppenbewegungen der Franken gedämpft.

Selbst im Bezirk Schwyz gelang cs anfangs ohne Aufwandvon Kraft, die bedrohte Ruhe zu schirmen. Auch dort standen Geist-liche au der Spitze der Verschwörungen Im Dorfe Morschach,auf einer Felsenhöhe am Seeufcr, südwärts von Brunnen gegenUri gelegen, hatten sich, von ihrem Pfarrer und dessen Vikar ver-führt, vierzig Männer verbunden im Monat Julius, alle Gemein-den des Bezirks aufzuwiegeln, die Kapitulation zu brechen, unddie Anhänger der neuen Verfassung, Patrioten geheißen, zu er-morden. Der schauerliche Anschlag fand Vcrräthcr; man verhütetedie Vollziehung des Verbrechens, ohne die Rädelsführer zu strafen.