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Aber die Priester eilten, ihre Vorhcrsagungen zu erfüllen. Nid-walden hatte den Bürgercid zu schwören, welchen die Verfassungbefahl. „Jetzt! riefen Mönche und Geistliche, jetzt, ihr armenUnterwaldner, naht der große Augenblick! Ihr sollt Treue schwörender heillosen, ärgerlichen, gottcsvcrgessenen Verfassung; ihr solltTreue schwören den Verwüstern der Kirchen und Altäre; ihr solltHaß schwören der Demokratie oder Volksregierung, welche künftig-hin in euern Augen Anarchie oder Zügellosigkeit sein soll! Wolletihr es? Wollet ihr nun fluchen, was eure glorwürdigen Väterbauten? Wollet ihr euch nun mit schwerem Eid lostrennen voneuerm ewigen Wohl? Wollet ihr nun Umtauschen auf immer dasheilige Kreuz gegen den Freiheitsbaum, dessen Wurzeln der Hölleentsprossen, dessen Gipfel dem Himmel trotzet, und dessen Schattenalle Laster deckt?"*)
Solche Sprache konnte des Zwecks nicht fehlen. Der alte Trotzder Alpenhirtcn erwachte in ungebeugter Stärke. Wirthshäuser,Kapellen, Hütten und Tempel tönten von dumpfen Verwünschungendes „Büchleins" wieder. „Nun rührt's an unsere heilige Religion!"riefen die Weiber: „Wehe dem, der den Schwur gibt!"
Wohlgefällig empfanden die Priester von Stans den seit Mon-den entbehrten süßen Genuß geistlicher Hoheit noch einmal. Undwie leicht ist es, des Volkes kindische Fantasie mit düstern Bildernzu schrecken! wie leicht die rohe Kraft des Naturmenschen zn span-nen, und durch die Geheimnisse und Schrecken der Religion zu jedemZiele hinzujagcn!
Von den Märkten der Stadt Luzern, wohin aus den benach-barten Landschaften und Kantonen wöchentlich die Bauern strömten,um die Bedürfnisse des Lebens einzukaufen, oder ihres Fleißes
*) S. Der schreckliche Tag re. an mehrcrn Orten, welche die da-malige» Gesinnungen dcS Unterwaldner ÄleruS darstellen.