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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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241
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Die Geistlichkeit von Nidwalden, in geheimer Verbindungmit St. Gallen, mit den Ausgewanderten und den Klöstern desTyrols, wetteiferte mit diesen in politischer Geschäftigkeit, legtein Beichtstühle» und Versammlungen Bitterkeit in die Brust derHirten. Der Kaplan Kayscr von Stans wagte es sogar, vonder Kanzel herab der neuen Verfassung Hohn zu bieten. Als derUnterstatthalter ihn zur Verantwortung berief, antwortete derKaplan:Daß weder weltliche Macht einen Priester Gottes vorihren Richterstuhl fordern könne, noch daß ein Priester sich vorsolchem Gericht beurtheilen ließe."

Sein Muth erhob ihn in den Augen der Menge zum stand-haften Bekenner des Glaubens. Der Beifall stärkte seinen Märthrer-trotz. Er und Lüssi ließen von nun an weder vor Statthalter nochGerichten den Muth sinken. Der geistliche Kommissär des Bischofsvon Konstanz in Luzern, Cr au er, belobte den Heldcnsinn dieserMänner in eigenhändigen Sendbriefen:Ihr habet, schrieb er,wie es katholischen Priestern zusteht, nach den Gesetzen und Ver-ordnungen der Kirche gehandelt."

Die Negierung inzwischen, um solchen Händeln keine Wichtig-keit, und nicht durch Strafen der Schwärmerei Reiz zu geben,übte Gelindigkeit. Stolzer feierten die muthvollen Bekenner ihrenTriumph, und ließen in der Gnade der Obrigkeit dem Volke derenSchwäche blicken. Die Aelpler ehrten der Priester Hochsinn, undtheilten mit ihnen Haß und Verachtung der weltlichen Vorsteher.Sie zweifelten nicht, daß Standhaftigkeit Alles erpochen, und desKaisers Krieg gegen Frankreich endlich den Kreis der Landsge-meinde wieder aufschließen würde. Doch keiner hatte Gedanken desAufruhrs; denn auf Alpen und ln Thälern mit ihren Hcerdcn be-schäftigt, empfanden die Hirten keine Spur des oft geweiffagtenJammers.

Zsch. Ges. Schr. 34. Thl.

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