238
kleine Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden in eineneinzigen zu verwandeln, um dem Gefährlichen vorznbeugen, wasvon sechsunddreißig Abgeordneten dreier Kantone, welche sich derAnnahme der Konstitution so heftig widcrsetztcn, zu befürchten seindürfte.
Sein Gedanke fand Eingang. Wirklich wurden die drei Ur-kantone nebst dem von Zug in einen einzigen zusammengeschmolzen,welcher von nun an unter dem Namen Wald statten erschien.Zwar 'gelang es durch diesen Schritt, welcher die Stimmen derStellvertreter von achtundvierzig auf zwölf einschränkte, den Ein-fluß derselben in der Gesetzgebung zu schwächen; allein auf derander» Seite hatte man unbehutsam genug die Masse der mißver-gnügtesten Völkerschaften so innig unter einander verbunden, wiesie es vorher nie waren, und ihnen eine Stärke verliehen, welchesie selbst nicht erwartet hatten. Zugleich hatte dieses Gesetz nochden Stolz der Urkantone verwundet, die sich, laut Ausspruch derVerfassungs-Urkunde, wenigstens geschmeichelt hatten, auch ferner-hin als besondere Glieder der helvetischen Republik zu glänzen,und so — einen Schatten der ehemaligen Selbstständigkeit zu be-wahren.
Es traten ihre Repräsentanten am 8. Juni in die gesetzgebendeVersammlung der helvetischen Republik ein. Von Nidwalden er-schien daselbst Franz Anton Würsch, um diejenige Landesver-fassung handhaben zu helfen, wider welche er noch vor wenigenWochen der Unversöhnlichste gewesen war. Sei» ehemaliger Kan-ton, noch vor Kurzem unter den Waffen gegen Frankreichs Heere,erschien nun in einem Bezirk des Kantons Waldstätten zusammen-geschrumpft, Distrikt Stans geheißen.
^ Ein Bürger des HanptfleckenS, Aloys Von Matt, wurdevom helvetischen Direktorium zum Regierungsstatthalter des ge-sammten Kantons ernannt; dieser wählte zu seinem Untcrstatthalter