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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
231
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LSI

rer Käßli, ein trockener, eifriger Seelsorger, welcher vielleichtmir dnrch geistlichen Stolz und Familienverhältniffe verleitet werdenkonnte, noch Kaplan Jakob Kaiser, ein frommer, unwissenderMann, glichen in leidenschaftlicher, Alles zerstörender Thätigkeitihrem Anführer in der politischen Bahn, dem Helfer Lüssi. Er-zogen im Coliegio zu Mailand, hatte dieser erst die Kaplaneivon Ennetmoos, dann die Helferei von Stans erhalten, »nddurch Rastlosigkeit seines Ehrgeizes mehr Furcht denn Liebe ge-wonnen. Das hohe Alter des achtzigjährigen Pfarrherrn von Stansliest ihm Hoffnung fassen, dessen Stelle zu erhalten. Seine» ein-stigen Mitwerbern den Rang abzulaufen, schmeichelte er dem sprö-den Geist des Volks. So waren immer geringe Ursachen großerDinge Quellen.

Der Kriegsrath entschloß sich zum ersten Friedensschritt. Er-legte der Priesterschaft die wichtige Frage vor:Ob der am sie-benten April zu Gott geschworene Eid, Religion, Freiheit »ndEigenthum mit Gut und Blut zu beschützen, auch in den ge-genwärtigen Umständen noch wirklich verbinde?"

Der hochwürdige Klerus ward versammelt, die Gewissenszweifelzu lösen. Man ahnte die Antwort. Darum weigerte sich derHelfer Lüssi, einer Versammlung beizuwohnen, deren Ausspruchnur Widerspruch seiner Neigungen und Grundsätze werden konnte.

Die Priesterschaft entsprach den Wünschen der Friedensfreunde.Sie erkannte, daß der Eid vom siebenten April nicht mehr ver-pflichtend sei, weil man ihnniemals geschworen haben würde,wenn man vorausgesehen hätte, daß das Land Nidwalden ein-stens ganz allein stehen würde; weil es ferner eine gänzlicheUnmöglichkeit wäre, das Ziel und Ende besagten Schwurs zuerreichen. Zudem sichere ja Frankreich den Kantonen die freieAusübung der heiligen römisch-katholischen Religionzu; und sollte diese Zuficherung nicht gehalten werden, so bliebe