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Verschiedene Ursachen vereinten sich, die Thätigkeit Unterwal-dens zu lähmen, und zwar in einem Zeitpunkte, wo sie am rühm-lichsten erschienen sein würde.
Das Volk, wiewohl es de» Anzug fetndlichgestnnter Heere ge-gen die abendliche Schweiz vernahm, und von den Gährungcn allerUnterthanen-Lande, und von den Ansprüchen des stolzen Frank-reichs, und von der Selbstvernichtnng der alten Basler Regierunghörte*), verharrte in dumpfer Betäubung. An seine Verfassunggewöhnt, unfähig, sich ein Bild von Zerstörung bisher bestandenerVerhältnisse, von Schöpfung neuer zu entwerfen, dünkte ihm derUntergang seines kleinen Staats Unmöglichkeit.
ES hielt die Gefahr, welche den Umsturz der Eidgenossenschaftdrohte, für sich selbst so entfernt, daß seine Abgesandten nocham 7. Hornung zn Brunnen am See Hilfe an Bern ver-weigerten, „weil der Bundesfall noch nicht dazu vorhanden sei".Im Gefühle seiner Unschuld wähnte cs sich geborgen. Es sah,wenn alles Unglück znsammenströmcn sollte, endlich im Felsenringseiner Gebirge eine unüberwindliche Festung, deren Inneres nochkein siegender Feind berührt hatte seit Jahrtausenden; es fühltein seinen Adern noch das Blut der Altvordern und die Kraft,für Freiheit in den Tod zu eile»; es sah mit hoffnungsvollemBltck auf den Beistand des Himmels und seiner Heiligen, undfürchtete in einem so machtvollen Bündnisse nicht die Waffen allerVölker.
Während die Hirten in stolzer Sicherheit unter dem Schuheder Himmlischen ihre Heerde» pflegten, traten auch ihre Ob-rigkeiten nur gezwungen zum Kampfplatze. Keiner stand unterihnen, der das gefährliche Gewebe ganz überschaut hätte, welchesFrankreichs Staatskunst über die gesammte Eidgenossenschaft ans-
*) Den 21. Jänner 17S8.