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Nach der Verheerung des Landes durch die Franken im Jahre 1798waren die Gemeinds-Alpen nicht mehr ganz mit Vieh besetzt, sodaß 1799 wegen Mangel des Heues und Verbrennung der Scheu-Aen 400 Stück Vieh weniger berechnet wurden, und zwei fremdeSenten*) aus Obwalden und Luzern in die Nidwaldner Alpentraten.
Die jährliche Ausfuhr von Vieh, Käse, Anken oder Butter,Felle, Nnschlitt u. dgl. mehr, war daher beträchtlich und machtedie größte Einnahme des Landes. Hingegen Heu aus dem Landezu führen, blieb gesetzlich verboten; eben so wenig wurde die Milchauswärts verkauft.
Der reiche Gewinn, welchen, bei geringerer Arbeit, Viehzuchtgewährt, verdrängte den Ackerbau. Es.fehlte nicht an Versuchen,Kornbau zu treiben; aber die damit verknüpfte Beschwerlichkeitschreckte bald wieder zurück; und da das Vorurtheil sich selbst imminder fruchtbaren Boden der Anpflanzung der Futterkräuter ent-gcgenstämmte, wurde das Land nie in dem Grade benutzt, als essich vortheilhaft darbot.
Das nöthige Korn bezieht man von den Luzerner Märkten,und begnügt sich allenfalls in einzelnen Gärten Gemüse und Erd-äpfel zu ziehen. Flachs wird fast gar nicht, Hanf nur wenig, undkaum für die Bedürfnisse des Landes hinreichend gebaut.
Dagegen ist der Obstbau vorzüglicher. Das ganze schöneStanserthal gleicht einem Garten, worin, zwischen üppigen, mitFruchtbäumen bepflanzten Matten, Hütten und Dörfer zerstreutliegen. Das Obst ist ein bedeutender Theil vom Reichthum wohl-habender Familien. Es wird theils gebacken, theils zu Most ge-braucht. Auch gebricht es nicht an einer Menge zahmer Kastanien-
*) Eine gewöhnliche Sente in den Unterwaldner Alpen begreift vier-undzwanzig Kühe und einen Stier.