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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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bürgerliche Geschäft, das erste Auswandcrn des Viehes in dieFrühlingSmattcn, das freundliche Gastmahl und der Sturm poli-tischer Versammlungen eröffnet.

Die Menge der Festtage und kirchlichen Hebungen, währendsic den arbeitsamen Händen einen wichtigen Theil vom unerkauf-lichen Schatz der Zeit entrissen, begünstigten die Entspannung undThateulosigkeit des Müßiggängers.

Werkheiligkeit ist keine Frömmigkeit; und Armuth seltener dieMutter der Tugend, als schädlicher Entwürfe, neidischer Empfin-dungen und der Begier, in groben Ausschweifungen Entschädigungzu suchen.

Allerdings mußte Dürftigkeit des Volks die Sitten verschlim-mern. Schadenfreude beim Verlust der Großen, Neid und Ver-leumdung gegen die Neichen, Undankbarkeit und Treulosigkeit,üble Haushaltung und Schlemmerei mitten in der Armuth warendie ersten Folgen. Nur die allmächtigen Bande der Gewohnheit,nur das in allen Schweizern unauslöschliche Ehrgefühl im Kreiseihrer Heimat, verhütete größeres Verderben.

Es war indessen im frommen Unterwalden groß genug, daß dieedelsten Männer, die redlichsten Freunde des Vaterlandes lautdagegen klagten. Aber nicht mit trockenen Lehren wird Un-sittltchkcit zerstört, sondern daß man dem Ucbel die Wurzel nehme.

Auch die Staatsverfaffung, so ehrwürdig sie durch ihr Alter-thum stand, ward durch Einfluß der Armuth und des bettel-haftcn Eigennutzes angegriffen. Die Mehrheit der Lands-gemeinden war eben dadurch nicht mehr frei. Hoffnung gerin-gen Gewinns überwog die Gründe der Vernunft, die Wahrheitendes weisen Redners. Bei Besetzung der Aemter in Untertha-nenlanden wurden solche von der Landsgemcindc den Meistbieten-den verkauft, und die für Ertheilung der Ehrenstellcn gelöststenGeldsummen unter die Stimmenden vertheilt. Dies ge-