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dichtes Gehölz, genannt der Kernwald, ward dle Grenzscheideder Getrennten.
Das Volk ob dem Kernwald (Obwalden) bildete von da aneine eigene Republik, dessen Hauptort Sarnen wurde, so wieStans cs für Unterwalden nid dem Kernwald (Nidwalden) blieb.
Ungeachtet dieser Scheidung und getrennten Haushaltung, be-trachteten sich doch die Einwohner der zwei Unterwalden immernoch als ein gemeinsames, blutsverwandtes Volk. Sie hattengleichen Ursprung, gleiche Sprache, gleichen Glauben, gleiche Er-werbsquellen. Im Kriege fochten sie unter einerlei Panier undHauptmann. Gegen das Ausland waren sie nur ein Staatskörper,auf den gemeineidgenössischen Tagsatzungen nur eine Stimme.
Es konnte inzwischen nach dieser Trennung doch nicht an man-cherlei Zwisten fehlen, welche unter Nachbarn gewöhnlich sind;Zwiste, welche Quellen des sogenannten Nationalhaffes werdenkönnen. Eine gewisse Nebenbuhlerei vererbte bis in die spätestenZeiten, und äußerte sich zuweilen mit einer Heftigkeit, die selbstden Bürgerkrieg drohte.
Die Eifersucht zu vermehren, trug gewiß auch die Verschieden-heit der Gemüthsarten beider VLlkerchen bei. Nur in Gebirgs-ländern findet man Beispiele von so auffallenden Abweichungender Bewohner eines engen Landbezirks, wovon man in Ebenenkeine Vorstellung besitzt.
Das Thal von Obwalden, höher gelegen, heiterer und freier,als Nidwalden, sicht den Schnee früher auf den Matten und ihnspäter zu den Berggipfeln zurückkehren. Die Luft ist reiner, un-beengter.
Im Lande nid dem Kernwalde ziehen die Berge enger zu-sammen, in ihren Schlünden Nebel und Regengewölke gern näh-rend. Von hier aus schweifen an den waldigen Halden der Ge-Zsch. Ges. Schr. 34. Thl. S"