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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
208
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SOS

Diese einfache Staatsverfaffung, welche im Wesentlichen denender übrigen Hirtenstaatcn der alten Schweiz sehr verwandt war,ist älter, als der Freiheitsschwnr der Eidgenossen im Grütli,nnd als Teilens Tirannenmord. Sie erbte seit einem Jahr-tausend von Enkeln zu Enkeln, und indem sie den mäßigen Be-dürfnissen, de» unverwickelten Verhältnissen der Bürger angemessenwar und blieb, gewann sie durch den Zauber des Gewohnten unddas Heilige des Alterthums eine unerschütterliche Festigkeit.

Nur eine einzige, vom Volke ausgemachte, große Staatsver-ändcrung kennt die Geschichte von Unterwalden. Aber auch siefällt in frühe Zeiten und wahrscheinlich schon in die Mitte deszwölften Jahrhunderts.

Ehe nämlich diese Gebirge nnd Thäler reich bevölkert waren,hatten sie im Flecken Stans ihre gemeinschaftliche Richtstätte,nnd zu Wyserlen, einem Orte in der Mitte des Landes, dieVersammlungen der Landcsgemeinde. Stans, in einem anmuthi-ge» fruchtbaren Thale gelegen, wenige Stunden von der StadtLuzern, und nahe am Ufer des Sees, behauptete eben sowohl durchdie Bequemlichkeit seiner Lage das Ansehen des Hauptortes, alsdadurch, daß alle Niederlassungen in entferntem Gegenden undWildnissen in ihm ihre erste Heimat und Geburtsstätte zu ehrengewohnt waren. Daher wurden die Bewohner jener Gelände vorZeiten nurdie Leute von Stannes" geheißen.

Da aber die Volkszahl sich mehrte, und viele reiche und an-gesehene Leute die entlegenen Thäler verließen, um dem Hauptortnäher zu wohnen; auch die Klagenden viel Zeit und Aufwand denReisen zur entfernten Gerichtsstätte widmen mußten, erhob sichmancherlei Zwist. Die Folge desselben war eine Trennung desober» Thales von dem untern in innern Angelegenheiten.

Ein langer Gebirgsstreif von der Nachbarschaft des cwigbeeisetenTitlis bis zur Ebene von Stans, und im Boden des Thales ein