Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

ISS

welche die beiderseitigen Seeufer von Zug und Luzern besetzt hielten,wollten ihren Posten nicht verlassen, auch konnten sie sich außer-dem nicht zur bestimmten Zeit einstnden.

6 .

Es ward der gewöhnliche Landsgemeindenkreis gezogen. Einfürchterlich-feierlicher Anblick. Alles bewaffnet, wie jedes so ebenvom Schlachtfelde kam; die einen mit Kriegsröhrcn, die andernmit Stutzern, viele mit Speeren, viele mit Morgensternen undKeulen. In jedem Angesicht las man die Empfindungen der Seele;man sah, wie gekränkter Stolz, Wehmuth, furchtlose Entschlossen-heit, kaltblütige Ueberlegung, wilde Verzweiflung in Allen wech-selte und haderte.

Nach einer kurzen Rede des Alt-Landammann Schneller, derdiesmal die Gemeinde führte, wurde das gewöhnliche Gebet ver-richtet, zu Gott um Gnade und Erleuchtung. Welch ein Anblick,dieser Kreis von bewaffneten Betern, mit den stürmischen Herze»,und bleichen Gesichtern!

Dann wurde die Kapitulation vorgelesen. Hauptmann Büelererzählte zugleich, daß Schauenburg mündliche Versicherung gegeben,aus dem Kanton Schwyz keine Mannschaft ausheben, und keineBrandschatzung fordern zu wollen. Darauf nahm der Landeshaupt-mann Aloys Reding das Wort. Er schilderte die bisherigenVorfälle, die Stellung der fränkischen Armee, und die der Schwy-zer, den Rückzug der Urner, und das Ausbleiben von vierhundertUnterwaldnern, welche zwar an diesem Morgen nach Brunnenschon zur Hilfe von Schwyz gekommen, aber nach erhaltener Nach-richt, daß man im Unterhandeln begriffen sei, wieder nach Hausegezogen wären. Er schloß also mit der Ermunterung, die Kapi-tulation anzunehmen.