187
lange, wurde sogleich alles in den benachbarten Häusern befindlichePulver, Blei und allerhand Zinngcschirr von den Eigenthümernmit Freuden herbeigebracht; und obgleich in großer Anzahl Kugelngegossen wurden, war dennoch eine so große Menge Zinn und Bleivorräthig, daß noch vieles Zinngcräth zurückgenommen werdenmußte.
Die Truppen am rothcn Thurm waren in der Nacht vom zweitenzum dritten Mai ebenfalls beständig unter dem Gewehr, einesUeberfalls gewärtig. Dies war also die vierte Nacht, welche sienach fast unglaublichen Mühseligkeiten, eine nothwendige Wirkungdes Mangels an Mannschaft, und der Strenge des Dienstes, un-geduldig durchwachten. In dieser Nacht hing Jedermann in finstermStillschweigen seinen Gedanken nach. Jeder übersann die neuernBegebenheiten. Neberall mit Glück gefochten, kosteten die einzelnenSiege dennoch im Ganzen an jedem Tage schier hundert Todte»nd der Verwundeten viele. Es ließ sich berechnen, daß binnenvierzehn Tagen bei gleichem Glück die Schwyzer an ihren Siegensterben müßten. Zwar waren die Pässe beim rothen Thurm, aufder Schorno und in Arth wohl beschirmt; aber wer konnte dieFranken, seit der Räumung des Ezels Meister von Einsiedel«, ab-halten, über die Haggen-, Uberger- und Holz-Egg, nur von Wei-bern bewacht aus Mangel an Männern, vorzudringen gegen Schwyz,und das ganze Land mit ihren Schaaren zu überschwemmen?
5 .
Diese Betrachtungen beschäftigten das Volk in der Nacht; einertheilte sich dem andern mit, als der Morgen dämmerte, und, wiedie Gebirgslandschaft aus ihren Nebeln, auch jedes Gemüth ausschweren Träumereien stieg. Bald ward Frage: ob nicht unter