Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
181
Einzelbild herunterladen
 

18 t

thcnthurm; viele der treuen Hofer waren ihnen auch bis dahingefolgt. In den Gefechten dieses Tages bei Schindellegi zahltendie Schwyzer vierundzwanzig Todte und fünfzig Verwundete. Unterden Letztem befand sich auch der wackere Hauptmann Schiltcr,welcher an seinen Wunden den Geist aufgab. Schauenburg aberließ sofort den General Nouvion mit einer Kolonne von sechs-tausend Mann, versehen mit Artillerie und Reiterei, über denEzel rücken.

Inzwischen war auch auf dem St. Jostenberg der HauptmannHediger von den Franken mit überlegener Macht angegriffenworden. Sie waren von Aegeri und Hütten hcraufgckommcn,zwei- bis dreitausend Mann stark. Hediger, im Zweifel, diese»Paß behaupten zu können, hatte sich ebenfalls gegen den rothenThurm gezogen. Der ganze St. Jostenberg, und von daher alleAnhöhen bis auf den Morgarten, waren ununterbrochen von denFranken besetzt.

Reding ließ alsbald durch das Bataillon Hediger die An-höhen von Morgarten wieder stürmen; er selbst blieb mit zwölf-hnndert Mann im Dorfe Nothenthurm. Unterdessen wälzten sichdie feindlichen Schaaren langsam, in furchtbarer Anzahl, undweite» Linien, vom Gebirge herab gegen das Dorf. Schon stan-den sie, sich entwickelnd, auf der Ebene; schon nahe genug zumkleinen Gewehrfeuer. Da erst donnerten ihnen die Schwyzer-Ka-nonen einigemal entgegen. Es erfolgte eine Stille. Aloys Ne-ding flog durch die Reihen; führte sie gegen die Ebene vor, undnach dem ersten Abseuern beider Bataillone ließ er das sehnlicherwartete Sturmzeichen schlagen. Mit einem Muth, der beinahan Raserei grenzte, brach nun Alles auf, mit gefälltem Bajo-nette, jauchzend dem Feinde entgegen. Weder die Menge, nochdie vortheilhafte Teilung, noch die Kriegserfahrenheit konnte dieSchwyzer zurückschrecken. Die Begierde, mit den Besiegern En-