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Kameraden! bald find wir am Ziel. Von Feinden überall um-schlossen, von Freunden verlassen, ist's nur noch die Frage: obwir Zusammenhalten wollen standhaft, bieder, in der Gefahr jetzt,wie unsere Väter am Morgarten ? Unser Loos ist der Tod. Bangt'SEinem noch von »ns, der gehe zurück; kein Vorwurf von uns wirdihm folgen. Wir wenigstens wollen in dieser Stunde einandernicht betrügen. Lieber ist mir's, hundert Mann zu haben, aufdie ich mit Zuversicht zähle, als fünfhundert, die beim Gefecht da-vonlaufcn, Verwirrung anrichtcn, und durch ihre Flucht die recht-schaffenen Leute zum unnützen Opfer machen. Ich aber gelobeEuch, in keiner Gefahr, und im Tode nicht, von Euch zu scheiden.Wir fliehen nicht, wir sterben. Gefällt Euch dieser Vor-schlag, so laßt zwei Männer aus der Schaar treten, und mir inEuerm Namen das Gleiche geloben/")
Ticfschweigend, horchend standen fic da, an ihre Flinten ge-lehnt. Hin und wieder sah man eine Thräne stürzen über diemännliche Wange. Ein wildes Geschrei, tausend Stimmen stiegengenHimmcl: „Ja, ja! wir wollen halten, und Euch auchnicht verlassen!"
Darauf traten zwei Krieger aus den Reihen znm Landeshaupt-mann. Sic streckten ihm ihre Häude dar, und also beschworenunter freiem Himmel der Feldherr und sein Volk den gegenseitigenBund „ nach der alten Weise der Väter.
Die Nacht brach herein.") Hin und wieder flammte ei» Wacht-feuer. Die Krieger schliefen unter dem Gewehr. Alohs Nedingbegab sich in das Dorf Rothcnthurm, dessen zerstreute Hütten an
*) Der Ncberlieferer dieser Geschichte gibt die obige Rede treu und ein-fach, wie sie gehalten ward. Weder diese noch eine künftige sindfolglich Dichtung, im Geschmack des Cnrtius.
") Vom 1. zum 2. Mai.