Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

160

erste Unternehmung der Eidgenossen war daher nothwendig Ein-nahme dieser Stadt und Verbindung der See,- Ufer. Sie gelangohne Schwierigkeit. Rapperswpl, schlecht vertheidigt, öffnete seineThore den Waldstätten, welche siebenhundert Mann Besatzunghineinwarfcn, und damit, so wie hier, auch auf der südlichen See-seite bei Pfäffiko» und Wolle rau in den Höfen, hart an denGrenzen des Kantons Zürich, streitfcrtig standen.

Jetzt fehlte noch die Einnahme Luzerns durch die Mittel-Ko-lonne des Heeres, um beide Flügel in der vorgeschriebenen Liniezu verbinden. Alohs Reding, der Landeshauptmann, stand mitseinen Schwyzern zu Küßnacht.

Ungestüm erwarteten die Schwyzer den Tag des Angriffs. Allesverkündete ihren Unternehmungen Glück. Aus den Gemeinden desKantons Luzern strömte alltäglich Volk herbei, welches ihnen Bei-fall rief.Kommet, kommet!" schrie man:Euer erster Schrittgegen die Stadt wird die Glocken des Aufruhrs laut machen durchalle Thäler. Wir wollen an Eurer Seite in den Kampf ziehen!"

Mehr »och, als dieser Ruf, entflammte die fürchterliche Be-redsamkeit einiger schwärmerischen Geistlichen das Kriegsvolk. Längstschon hatten ihrer zwei vor allen andern in de» Waldstätten desLandmanns blinden Glauben erworben. Ihr Name ist MarianusHerzog, Pfarrer zu Einsiedeln, und Paul StygervonRothen-thurm, ein Kapuziner. Von diesen Mönchen galt Nestors Rede:

Ohne Geschlecht und Gesetz, oh»' eigenen Herd ist Jener,

Wer deö heimischen Kriegs sich erfreut, dcö entsetzlichen Scheusals.*)

Paul Styger besonders wüthete zu Küßnacht mit seiner Zunge.Er hieß das aufgepstanzte Kreuz den wahren Freiheitsbaum, undden Kampf gegen die Franken den Streit mit der Hölle. Zu Pferde

*) Homers JliaS IX. K2. KL. nach Vossens Uebersetzuug.