Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
140
Einzelbild herunterladen
 

haften sollten, und daß, wen» binnen zwölf Tagen nicht indiesen Ländern die Urversammlungen über Annahme der neuen Ver-fassung znsammengerufcn sein würden, die Priester »nd die Regie-rungen als Mitschuldige der schon gestürzten Oligarchenangesehen und behandelt werden sollten. *) Des Zweckes aber nock-gewisser zu sein, und den Gebirgen ihre Abhängigkeit von der Ebene,bei jedem Versuch einer Trennung, fühlbarer zu machen, verord-ncten die französischen Machthaber zugleich eine strenge Sperregegen das Hochland.

Weit entfernt, den Trotz der Bergbewohner zu beugen, reiztenalle Drohungen nur derselben Wuth und Stolz. Seit Jahrhun-derten von den europäischen Mächten, als selbstständige Frei-staaten, mit Würde behandelt, hörten sie sich hier von einem Ge-schäftsträger der fränkischen Regierung Rebellen und Schwär-mer genannt. Frankreich, welches selbst »ach dem Vorbilde derschweizerischen Republiken Freiheit und Rechtsgleichheit verkündethatte, kam, das Vaterland Tells zu verwüsten, welches seine Frei-heit nicht auf einen Machtspruch des Fremdlings hingeben wollte;Frankreich, welches nur Krieg den Thronen, Friede denHütten gepredigt hatte, erschien mit gewaffneter Faust vor denarmen Dörfern jener Hirten, deren Glückseligkeit längst bcneidens-würdig hieß; Frankreich, welches noch vor wenigen Wochenden Demokratien Frieden und Dauer der Freundschaft verhieß, unddaß es die Bande nicht brechen wolle, welche die schweizerischenHirtenstaaten mit der großen Republik vereinten, fiel die Getäuschtenan, welche, wenn nicht vom Sittlichkeitsgefühl der fränkischen Macht-haber, doch von ihrem Stolze erwartet hatten, daß sic neben Waffen-übermacht sich niedriger List schämen würden.

Nicht weit von da, wo der Mnttastrom zwischen hohen Ufern

I Hauptquartier Bern, 22. Terminal Vl.