125
demokratischen Orte noch wichtiger, und wehte die Flamme derBegeisterung höher. Nneingeladen kamen auch Abgeordnete vom-Toggenburg, Nheinthal undSargans, welche alle die Be-gierde ihres Volks äußerten, sich an die.fünf Stände fest anzu-schlicßeu, zur Vertheidignng des Vaterlandes. Eben so trafen mitgleichen Wünschen die Abgeordneten von Appenzell Inner- undAnßer-Rhode», der Landschaft und Stadt St. Gallen ein.
Die fünfortische Tagleistung aber, obgleich gerührt von diesenZengnissen hohen GemcingeistcS, wagte es doch, wegen mangeln-der Bevollmächtigung, nicht, den Deputaten jener Völkerschaftenin ihrer eigenen Mitte Sitz und Stimme zu geben. Auch wolltesic auf keine Weise dem fränkischen Heerführer, der jene Kantoneschon namentlich zur neuen Republik eingetheilt hatte, den leisestenVorwand zu Kränkungen gewähren. Man ließ sie also abge-sonderte Sitzungen halten, und es ward beschlossen, daß jederThcil eine eigene Denkschrift an das fränkische Direktoriumabfassen sollte, welche aber dann in einerlei Ucberschlag und aufgleiche Weise nach Paris zu bringen wäre. Außerdem ward Alleseinig, die gegenwärtige Staatsverfassung mit Gut und Blut zuverfechten, wenn Gewalt für Recht ergehen würde.
Da die Taglcistung schon geschlossen war, meldeten sich auchAbgeordnete der Landschaft March, beauftragt, mit den fünforti-schen Gesandten gemeinschaftliche Sache zu. machen. Sie erhieltenaber, da die Beschlüsse einmal gefaßt waren, keinen Zutritt.
Die Nuterwaldner ob dem Walde, während ihre Boten nochin der Reihe der Eidgenossen zu Schwyz saßen, änderten aberplötzlich ihren Sinn. Das Volk von Obwalden, zwar im starkenGefühl seines Rechts, erkannte auch die unwiderstehliche Noth-wendigkeit, früher oder später der überlegenen Macht weichenzu müssen. Bei der zärtlichsten Theilnahme am Schicksal derältesten Bundesverwandten empfand es zugleich die Pflicht, sich