Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
114
Einzelbild herunterladen
 

- -- 114

Gegenden überlassen sollte? Schwyz entschied für das letztere.Denn Luzern hatte vor den Waldstätten darum angesucht.Un-gewiß, ob die Franzosen auch unsere Grenzen feindlich berührenwerden," sprach Luzern,haben wir einmüthig beschlossen, undwirklich Anstalten getroffen, mittelst des Landstnrmes unser Landzu vertheidigen. Wir ersuchen euch daher, eure Hilfsvölker (diejetzt auf Luzerner Boden standen) einstweilen, bis die Gefahr vor-über ist, zum Schirm der Grenzen und zur Bildung neuer Ver-theidigungslinien zurückzulaffen." Der Landrath von Schwyz glaubtenoch mehr thun zu müssen. Er ertheilte auch den zwei Bataillonen,die aufs Neue für Bern ausgerüstet waren, Befehl, nach Luzernzu Hilfe zu eilen. Er gesellte den Kriegern verschiedene Personenbei, welche sich um die Stimmung des Luzerner Volks erkunden,und forschen sollten, ob dasselbe entschlossen sei, für Vertheidigungseiner heimatlichen Grenzen zu siegen, oder zu sterben. Uri undNidwalden hatten zu gleichem Zweck Abgeordnete und bewaffneteMannschaft ausgesandt. Denn es war im Sinn der Waldstätte,nur dann bis in den Tod für ihre Nachbarn zu streiten, wenndiese selbst von gleichem Muthe beseelt sein würden.

Aber Obwalden konnte sein zweites Aufgebot den Luzerner»nicht senden, weil cs schon für eigene Sicherheit wachen mußte.Schon waren, zuverlässigen Berichten gemäß, die Franzosen überThun gegen das Gcbirg des Brünig, Obwalden, statt Hilfe zusenden, sprach daher selbst bundesgenössischen Beistand an.

Eben so wandte sich die Regierung von Zürich, welche nochimmer mit dem Volke des Lande« um Recht und Freiheit haderte,an die Bewohner der Waldstätte. Zu Maila, einem großen Dorfeam Zürchersce, hatte sich eine Nationalversammlung gebildet, imAngesichte der herrschenden Stadt. Maila führte gegen Zürich dieSprache, nicht mehr der Unterthanin, sondern der gleichberechtigtenEbenbürtigen. Darum forderte der Vorort von den Waldstätten,