dessen Einwohner sich selbst bekriegen, oder zur Gegenwehr unent-schlossen, oder mißtrauisch wider die Befehlshaber sind? So sprachunser Volk.
„Die düstere Stimmung vermehrte sich. Wir standen einsam.Die Auszüge von Glarus und Uri waren nicht zu erforschen. Wirwaren ohne Verbindung, ohne Verhaltungsbefehle. Unsere Hanpt-leute traten zusammen. Sie erwogen den Befehl der Landsge-meinde, im Fall die Berner uneinig oder zur Gegenwehr unent-schlossen sei» würden, das Volk zurückzuführcn. Und wir gingennach Buchsee zurück noch in derselben Nacht."
-In eben dieser Zeit hatte Luzern beschlossen, seine Trup-pen wirklich gegen die Franzose» vorrkcken zu lassen. Die über-brachtc Botschaft von Brüne's strengen Forderungen, und den schonan vielen Orten begangenen Feindseligkeiten, hatte die Volks-repräscntanten zu Luzern in Bewegung gesetzt. Sie empfandendie Noth eines festen Entschlusses in diesem Augenblicke. So sehrsie auch Berns hartnäckigen Stolz tadelte», der sich der Wohl-fahrt des Vaterlandes nicht opfern wollte, glaubten sie doch, derSchweizerchre willen, und ihren Bnndespstichten gemäß, der StadtBern beispringen zu müssen, ohne Schuld oder Unschuld lange zuuntersuchen.
Sie befahlen dem Obersten Mohr, welcher mit den Luzernen,bei Langenthal stand, diese vorrücken zu lassen, wo cs Noth derbedrohten Bundcsbrüder und des ganze» Vaterlandes irgend hei-schen könne. „Sie wären übrigens der sichern Uebcrzeugung, daßdie Luzernertruppcn, nach dem rühmlichen Beispiel ihrer Väterund der Stifter ihrer Freiheit, fürs Vaterland siegen oder sterbenwürden."
Kaum war aber dies Schreiben, welches auch den Soldatenvorgelese» werden sollte, abgcgange», als ein Brief des OberstenMohr den Schleier von der traurigen Lage der Dinge weghob.