85
quartier zu Aarberg / Verhaltungsbefehle zu fordern. Weil indeßdie im Dorfe Reiben stehenden Franken keinen Schuß auf Bürenrichteten, glaubte Grafenried, dem empfangenen Befehle ge-mäß, keine Feindseligkeiten ausüben,zu dürfen, bis er Aufschlußwegen des Gefechtes bei Lengnau erhalten haben würde, welches- aus Mißverständniß entstanden sein konnte. Deswegen sandte erauch den Adjutanten Wyß, mit einem Trompeter, in Begleitungfränkischer Husaren, die zu Reiben standen, an den GeneralSchauenburg.
Bis zu seiner Rückkehr schlug der fränkische Befehlshaber vonReiben Waffenstillstand vor, den Grafenried annahm, in derHoffnung, indessen Verhaltungsbcfehle zu erhalten. — Diese Zwi-schenzeit benutzten aber die Franken zu Reiben zum Aufwerfen vonBrustwehren und Batterien; dies und die Einstellung der Feind-seligkeiten beunruhigte die Berner Truppen um so mehr, da mandurch die allmälige Entfernung des Kanonenfeuers gewahren konnte,daß die Schweizertruppen wichen und sich gegen Solothurn zurück-zogcn. Als nun der Adjutant zurückkam, brachte er die Antwort:Der Kommandant zn Nidau, Oberst Groß, habe dem fränkischenObergeneral Schauenburg kund thun lassen, der abgeschlosseneWaffenstillstand sei den 1. März des Abends um 10 Uhr zu Ende,und die Feindseligkeiten werden Anfang nehmen; dem zufolge habeSchauenburg gut befunden, zuvorzukommen, und selbst anzugreifen.Daß aber der Angriff der Franken schon voraus bestimmt war, be-weiset der zu gleicher Zeit geschehene Angriff des Generals Brüneauf Freiburg.
Gleich nach der Ankunft jener Nachricht in Büre», begann dasGewehr- und Kanonenfeuer von beiden Seiten sogleich. Das DorfReiben, welches die Franken besetzt hielte», steht an der linkenSeite der Aar, die Stadt Büren auf der rechten Seite, von jenemnur durch den Fluß gesondert, über welchen eine hölzerne Brücke