Cenere überstiegen hatte, war das ganze Land zwischen diesem undder Lombardei schon in Hellem Aufstand.
Schon am 15. Hornung hatte das Volk von Mendrisio,nach dem Beispiel Lugano'S, den helvetischen Freiheitsbaum er-höht, und am 20. unter freiem Himmel geschworen, schweizerischzu bleiben, und die katholische Religion zn behaupten. Die höchsteGewalt war einem vorläufigen Negierungsausschuß anvertraut,welcher mit CiSalpinien. und den kleinen Freistaaten unterhandelnsollte, die in den Gebirgen aus den ehemaligen Schweizerlandvog-teicn diesseits des Gotthards zu entstehen anfingen. Denn jedeLandvogtei bildete nun eine eigene Republik. — Auch war es we-der Neigung des Volks noch der Führer, unselbstständig nur alsverschwindende Theile in einem einzigen allgemeine» helvetischenFreistaat aufgelöst zu werden. Der Hang zum Föderalismus istden Völkerschaften der Alpen gleichsam erblich mit ihren Gebirgen,von denen fie unter einander getrennt find. Nur stolz auf ihreHeimat, verlangen sie in andern Gelände» weder Vaterlandsrechtnoch Mitregierung, sondern nur Bundesgcnoffenschaft. Sie ver-lieren gleichsam ihr Selbst in jedem größer» Kreise, der nicht demengen Kreise ihrer Vorstellungen angemessen ist. Die meistenVölkerschaften der Schweiz ergriffen daher gerade, da die Zer-störung des alten Eidgenoffenwesens begann, diesen Umsturz, alsMittel, unabhängig unter einander, sich in noch kleinere selbstherr-liche Freiländchcn zu lheilen.
Auch in Mendrisio waren, wie in den andern welschen Vog-teien, die Gemüthcr getrennt zwischen CiSalpinien und Helvetie».Am 22. Hornung erschienen vor dem RegicrungsaiiSschuß drei jungeMänner, Joh. Baptista Ouadri (von Lugano), FelicianoPasta (von Mendrisio), und Biondi (von Blenio), als Abge-ordnete der Patrioten (oder der ciSalpinischen Partei), welche nachdem unglücklichen Angriff auf Lugano mit ihrer Mannschaft sich