Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
54
Einzelbild herunterladen
 

neu der Freude wegen vermeinter Rettung; viele, gerechtere vv»bangen Ahnungen der Zukunft erpreßt?)

Und schon am Abend desselben Tages liefen Nachrichten ein,daß der Aufruhr längs den Ufern des Lemaner Sees in HellenFlammen lodere; Landvögte seien cniflohen, oder verhaftet; BernsWappen zerschmettert; Bäume der Freiheit aufgepflanzt und dasGeschütz von Chillon gen Vivis geführt, zum Kampf des Lcmangegen Berns Hoheit.

Diese Botschaft zerstreute wie ei» Donnerschlag die Tagsatzung.General Menard war mit fränkischen Fahne» in die Waadt ein-gezoge»?') Bern forderte die Kantone zum bundesmäßigen Zu-zug auf.

Am ersten Tag des Hornung versammelte sich das Volk vonSchwyz zur Landsgemeinde. Es vernahm nicht ohne Staunenund Unwillen die Ereignisse. Es beschloß mit Freimüthigkeit:Wiewohl der Bundesfall eigentlich noch nicht eingetrete» sei,wollen wir dennoch unser« lieben Brüdern von Bern, wieehemals unsere Väter bei Laupen, thätige Hilfe leisten. ZweiBataillons, jedes sechshundert Mann, sollen zum Aufbruch bereitsein. Das erste wird abgehen, sobald die Truppen der VororteauSrücken; das zweite folgt, wenn Unterwalden und Zug ihreSchaar senden?'*)

Das Volk von Schwyz aber vernahm, daß, wie am Leina»,auch im Zürich-Gebiet und in den meisten aristokratisch regier-te» Ländern Span zwischen Volk und Regierung und Trachten nachFreiheit sei. Darum ward von den Männern der Landsgemeinde

") An eben diesem Tage ereignete sich das Unglück bei ThierrenS, welchesden Einmarsch fränkischer Truppen in die Schweiz entschied.

*') 28. Jänner.

*") Siche LandSgemeinde vom 1, Hornung.