Druckschrift 
34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

31

Warnend erschien noch einmal auch Schwyz, und ermahnte,Milde vorzuzichen der Strenge; die Einwohner des Waadtlandeszu befriedigen in ihren Wünschen; keinen Weg der Güte unver-sucht zu lassen, und dem gemeinsamen Vaterland ein Opferzu bringen.*)

Bern beachtete den Zuruf der Waldstätte nicht. Schwyz riefseinen Abgeordneten zurück, um sich vor den Folgen einer Hart-näckigkeit zu verwahren, welche verheerend auf die ganze Eidge-nossenschaft zu stürzen drohten.

3.

Zu Aarau, wo seit dem neunten Jänner des JahrS 1798 auchder Geschäftsträger Meng and angekommen war, gab die Ver-sammlung der eidgenössischen Gesandten ein lebhaftes Bild von derZwietracht, von den widersprechenden Wünschen, von der Zer-rüttung, welche zu dieser Zeit Helvetien beherrschten.

Viele erkannten die anziehende Gefahr in ihrer wahren Gestalt.Denn die Uneinigkeit und Eifersucht der Kantone gegen einander;die jedes Opfer weigernde Selbstherrlichkeit der Einzelnen, nebendem Mangel einer vollmächtigen, kraftreichcn höchsten Bundcsbe-hördc; die thörichte Sicherheit oder blinde Selbstsucht der Bun-desglieder; des untcrthänigen Volkes lautes Pochen um Freiheitüberall; der aristokratischen Regierungen Eigensinn dagegen, undihre Ohnmacht und Unstetigkeit in ergriffenen, bald vom Zorn,bald von Furcht eingegcbenen Maßregel»; Frankreichs Angriffeauf die alte Ordnung der Schweiz, sein nnvcrhehltes Streben,durch Schrecken die Obrigkeiten, durch Hoffnungen das Volk zur

°) Schwyz an Bern, 27. Jänner.