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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Furcht auf, früher oder später auch ihre Unterthanenschaften anden Grenzen Italiens und Deutschlands einbüßen zu können.

Dies war der sittliche Zustand der Völkerschaften in den Ge-birgsthälern der Waldstätte. Von diesem Bilde des Volks, derGeistlichkeit und des Adels erhoben sich zwar preiswürdige Aus-nahmen; aber einzeln waren die Ausnahmen.

Zweites Buch.

i.

Unbekümmert um den weltzerstörendcn Streit der Völker undFürsten lebten die Hirtenfamilien der helvetischen Alpen im hun-dertjährigen Frieden. Unbedrückt von fremdem Joch, unbeengt vonausländischen Gesetzen, büßten sie, wann sie litten, nur eigeneFehler. Roh waren sie und bildungslos, aber von Gewohnheitund alter Sitte geleitet, und die Abwesenheit großer Leidenschaftenließ die Stille ungestört, von welcher öffentliche Tugend begleitetzu sein Pflegt. Einsam, rühmlos, unbeneidet lebten sie, ebdndarum zufrieden mit dem Erbe der Vorwelt. Staaten zertrüm-merten und entsprangen; eine allgemeine Wiedergeburt der Dingeverwandelte die Hälfte Enropens. Früher, als die Bergvölkerselbst, zitterte für sie die Theilnahme fremder Nationen.

Frankreich stand siegend; gleich einem Vulkan, der Alles umsich her zerschmettert, furchtbar; aber einsam in Europa, und um-ringt von erschöpften, doch unversöhnten Fürsten.

Die Führer der großen Republik erkannten die gefahrvolle Ver-einzelung ihres Vaterlandes. Form und Stoff des jungen Frei-staates, allzuverschieden von den andern Staaten, ließen keindauerhaftes Bündniß zwischen ihm und diesen erwarten.