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Das den Heiden gepredigte Christenthum war ursprünglich ein-fach und arm. — Die Taufe, Erlernung des Kreuzes und einigerGebete reichten hin, dem wilden Gebirgsmann den SchooS derKirche zu öffnen. Aber der fromme Eifer der Mönche und Prie-ster, oder Ehrgeiz und Unwissenheit der Geistlichen schmückten baldmit unzähligen Erfindungen das neue Lehrgebäude aus.
Der kindliche Geist des Volks, allzudürftig an Kraft, den hohenSinn der Religion in Erkenntniß und That zu erreichen, schmiegtesich willig in das kirchliche Gängelband, nahm treuherzig eineMenge von Feierlichkeiten und Hebungen auf, die zugleich seineSinnlichkeit reizten und herrlichen Lohn in dem unbekannten Landejenseits des Grabes verhieß.
Wir finden, daß in den schwyzerischen Thälern ehemals mehr,denn jetzt, außer den allgemein-üblichen katholischen Gebräuchennoch manche andere statt fanden, welche besonders die Geheimnisseder Religion versinnlichen sollten. Es sei mir erlaubt, einige der-selben anzuzeichnen, als Beiträge zur Sittengeschichte des Bergvolks.
Am Weihnachtstage wurden in allen Pfarrkirchen des LandesGliederpuppen in der Größe eines jährigen Kindes, die GeburtChristi und damit verwandte Begebenheiten vorgestellt — ein geist-liches Marioncttenspiel.
Am Palmtag wurde eine, den Welterlöser verstellende Puppe,auf einem Esel sitzend, im Dorf herumgeführt. Geistliche, Bor-steher des Volks und Richter, die Bewohner des Orts und derNachbarschaften, alles strömte mit Zweigen herbei, und mit demHosiannarnf Jerusalems.
In ähnlichem Ernst ward am Charsamstag Christi Auferstehungaus dem Grabe gefeiert. Doch lieblicher dem Volk und den Kindernwar die Himmelfahrt des Gottmenschen. In der Kirchen Mitte