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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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Still ist deklinier, düster der Untcrwaldner. Wie an kräftigerSchönheit, übertnfft der Schwyzer seine Nachbarn in Frohsinnund Lebhaftigkeit. Der Tanz wird ihm zur leidenschaftlichen Sache;kein Fest ohne ihn. Mannigfaltiger und getümmelreicher wurdenin dem helvetischen Hochlande nirgends die Saturnalicn der Fast-nacht gefeiert, nirgends Tanz, Verkleidung der Weiber und Män-ner und Muthwille reger Jugend ungehinderter gelassen, als hier.Die Kirche gewährte dem Schwhzer keine willkommenere Festzeit.Viele hundert Feuer brannten sonst nächtlich auf allen Anhöhenim Lande; chorweise wurde um die Fastenfeuer getanzt; das Jauch-zen der Glücklichen drang in die fernen Thäler; Schmause be-schlossen das Fest.

Geräuschvoller noch war die Feier des Abends vom heil. Drei-königstag. Männer und Knaben durchschwärmten tobend das hei-matliche Thal, mit Glöckleiu und Klappern, und Schellen undaneinander schlagenden Becken. Alles was lärmend war, wurdeangewandt zum allgemeinen, lustigen Getöse. Umsonst eifertenlange gegen diesen wilden Taumel oder gegendas Greiseln"Priester und Seelsorger, von Kanzeln und Beichtbank. Erst nachund nach erlosch der wunderliche Brauch.

Eben so ist mancher Aberglaube untergegangcn, welcher ehe-mals in den schwyzerische» Thälern galt. Man lauschte auf dieGestirne, künftiger Schicksale willen; oder auf das Geschrei derHunde und Vögel; oder fürchtete gewisse unglückliche Tage imMonat. Man erinnert sich noch desAndreselns" am St. Nn-drcasabend. Da entkleidete sich die neugierige Person, welchevorauswiffen wollte, mit wem sie einst durchs Eheband verknüpftwerden würde, und zog das weissagende Loos.

Zsch. Ges. Schr. 34. Thl.

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