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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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stand sein Bildniß. Es ward, unter dem festlichen Sange derGemeinde, mit hundert Blumenkränzen behängen von den Händender Kinder, emporgezogen gegen die Wölbung des Tempels, zurVcrstnnlichung der Himmelfahrt, unter dem Geläut aller Glocken.Von oben herab schüttelte der gen Himmel Gefahrene Blumen-kränze, Oblaten, u. s. f. auf die jauchzende Menge herab.

Lange herrschten dergleichen Kirchengebräuche unter den gut-müthigen Bergbewohnern. Noch in unfern Tagen erhält sich ihrUeberrcst. Der sinnliche Zauber, indem er den ersten Geist desChristenthums verschleierte, fesselte um so stärker des Volkes kind-liches Herz an die Kirche. Mit ihm vereinte bald die Gewohnheitihre wachsende Macht.

Hienrit löset sich das Räthsel, daß die Gebirgsbewohner deralten Mutterkirche am getreusten blieben. Zwingli's Lehre be-wog den größten Theil der helvetischen Freistaaten zum Abfall vondes Papstes Stuhl, nur die Waldstätte wankten nicht.

Eifrig im Glauben, aber oft ruchlos in Thatcn, zogen dieSchaaren der Berglande, mehr als einmal, ins Feld gegen die derneuen Lehre holden Kantone. Immer lüpften die Schwyzer dasKriegspanner zuerst für den alten Glauben; nie waren ste verschwen-derischer mit Stiftungen, Gelübden, neuen Festtagen, als damals,und nie waren bei ihnen Ueppigkeit, Unmäßigkeit, Raubsucht, Be-stechung, und andere Laster in wilderm Schwange. Dies erhellt ausden Verordnungen, so sich von jenen Tagen her erhalten haben.Die Gesetze der Zeiten sind der Spiegel ihrer Gesittung.

Inzwischen das Volk mit den Waffen die alte Lehre verfocht,eiferten die Priester mit Wort und Schrift gegen die gewaltsamfortschreitende Kirchenveränderung. Es erbot sich sogar BruderNiklausZwyer gegen Zwingli's Jünger zum Gottesurthel, fürWahrheit der katholischen Lehre durch Flammen doppelter Scheiter-haufen zu wandern.