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thiim in den schweizerischen Berg- und Waldlanden ohne jene mildeGewalt über die Herzen blieb, welche es in andern Wcltgegcndenunter den Völkern übte. Die ersten Verkünder des Evangeliumsin der Alpen-Wildniß rangen mehr nach dem Umsturz abgöttischerAltäre, als nach Veredlung der Gemüther. Die Thorheiten desHeidenthums und die alte Rohheit der Herzen vermählten sich willigmit einem neuen'Gottesdienst, der, ohne das Irdische zu verbit-tern , dem Anhänger die Pforten des Himmels öffnete.
So blieben sich diese Hirtenvölker als Heiden und Christen ziem-lich gleich. Mit den Tugenden aller rohen Völker hatten sie derenLaster gemein. Gastfreundlich in ihren einsamen Hütten, unver-stellt für Freund und Feind, treu dem dargegcbenen Wort, schweif-ten sie zur Zeit des Krieges über göttliche und menschliche Rechtehinaus', daß sie bald nicht minder durch Siege, als durch Grau-samkeiten berühmt wurden.
Nicht selten lag ihr Freiheitsgefühl mit der Ehrfurcht im Zwist,welche sie der Kirche schuldig waren. Aber jenes blieb immer vor-herrschend, und die Kirche sah sich untergeordnet. Willig aner-kannten sie die Hoheit derselben, und deren Wirkungskreis überdie Gefilde des künftigen Lebens; aber in ihren heimatlichen Thä-lern auf Erden traten sie keine Herrschaft ab. Früh genug legtensie diese Denkart in dem Marchcnstreit mit dem Gottcshause Ein-siedeln dar; arglos hingen sie nachher Kaisern an, auf welchender Fluch der Kirche ruhte; und als sie selbst der, andern Völ-kern so fürchterliche, Bannstrahl traf, zwangen sie ihre Priesterzur Haltung des Gottesdienstes, und trauerten nicht.
Der Krieg, dem sie Jahrhunderte lang oblagen, milderte diealte Rohheit nicht, und machte sie nicht unterthäniger dem Ansehnder Kirche zu einer Zeit, da Könige und Kaiser ihren Hals vorPriestern bogen. Eben die Hirten, welche mit Andacht ans denGräbern ihrer Freunde für deren Seelen flehten, oder mit Weib