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34 : Abt. 3, Vermischte Schriften ; 7 (1854)
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breiteten sich aus über die Länder Uri, Schwyz, Unterwalden, auchjenseits des Brünig an den Ufern der Aar im HaSli. Zur selbenZeit soll Schwyz erbaut worden sein von zwei Brüdern, Schwy-ter und Tsch ey, Führer jener ausgewandcrten Haufen. Schwyteraber und Tschey ergrimmten gegen einander über den Vorzug, nachwessen Namen Land und Volk genannt werde. Schwyter habe imZweikampf den Bruder gctödtet, wie einst Romulus um gleichenPreis den Remus.*)

Lange schon hatten sich hier die Menschen unter gesellschaft-licher Ordnung vereinigt, ehe ihr Name, als Volk, gehört ward.Im steten Kampfe mit der Natur, genossen sie des Friedens derArmuth. Kein Eroberer trug seine Waffen her, um den Beneidungs-losen ihre Felsen zu rauben. Zwar drangen die Schaaren derAllemannen bis zu den Seeufcrn der Waldstätte, im fünftenJahrhundert; zwar gewann später Burgund Herrschaft über einengroßen Kreis Hclvetiens; und die Monarchie der Franken um-schloß im sechsten Jahrhundert die gleichen Gegenden, die dannm zehnten Jahrhundert dem deutschen Reich zugetheilt wurden.Doch scheinen die einsamen Gemeinden der Hochgebirge oft so wenigvon ihren Herren, als diese von den Wohnsitzen ihres Volks ge-wußt zu haben.

Die fetten Wiesen des Landes, die kräuterreieben Alpen, deu-teten den Einwohnern den zu wählenden Nahrungszweig. Aus-schließend widmeten sie sich der Viehzucht; den Ertrag ihres Fleißesführten sie wahrscheinlich gen Welschland, oder in das ebene Hel-vetien, wo die Durchzüge der Heere, der Aufenthalt von Reichs-vögten und kriegerischen Besatzungen zum Handel nöthigten.

*) So erzählen alte geschriebene Chroniken; in Bezug ans den Bruder-mord berufen sie sich auf ein uraltes Gemälde in Schwyz, welchesaber nicht mehr »orfindlich ist.