behren lasse. Er ward getäuscht; bevor die Zeit verlief, warsein Freund und seine Verlobte Mann und Weib. Die Wir-kung eines so furchtbaren Schlages auf ein so glühendesTemperament, auf einen durch heftige Gewissensbisse schonverbitterten Charakter, welcher ohnedem dadurch ans den Fu-gen gerathen war, daß jener Mann sich einer finsteren Ein-bildungskraft von anderen Menschen abgesondert überließ —diese Wirkung kann ich Euch nicht beschreiben; es schien, alsob das letzte Tan, woran das Schiff noch hing, plötzlich ab-gerissen sei, so daß letzteres aller wilden Wnth des Sturmesüberlassen wurde. Er ward unter ärztliche Aufsicht gestellt.Diese Maßregel wäre, ans einige Zeit getroffen, zu rechtferti-gen gewesen, allein sein hartherziger Freund, welcher in Folgeseiner Ehe jetzt sein nächster Verwandter war, verlängerteseine Einsperrung, um die Einkünfte seiner ungeheuren Güterum so länger zu genießen. Nur ein Mann war noch übrig,welcher Alles dem Leidenden verdankte, ein demüthiger, aberdankbarer nnd treuer Freund. Diesem gelang es zuletzt, durchunaufhörliche Bemühung und wiederholte Berufung auf Ge-rechtigkeit die Freiheit nnd Wiedereinsetzung seines Beschützersin die Verwaltung seines Vermögens zu erlangen; zu letzte-rem kam noch bald dasjenige der für ihn früher bestimmtenBraut; da diese ohne männliche Nachkommenschaft starb, sofielen ihm die Güter als Erben anl'eim. Das Gleichgewichtseiner Seele ließ sich jedoch nicht durch Freiheit und Reich-thum wiederherstellen; gegen die erstere war er gleichgültigwegen seines Grams; der letztere diente ihm nur insoweit,als er ihm die Mittel gewährte, seinen sonderbaren und lau-nischen Einfällen zu diene». Er hatte den katholischen Glau-ben abgeschworen; vielleicht aber übten einige seiner Lehrennoch fortwährend Einfluß auf eine Seele, über welche Ge-
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