zur Vergebung einer Beleidigung oder Nachlas; einer Strafe— damals machte ich Euch zur Bedingung, daß Ihr keineFragen hinsichtlich der Quelle meines Einflusses an mich rich-ten solltet — Ihr fandet damals keinen Grund zum Miß-trauen — mißtraut mir auch jetzt nicht."
„Allein das außerordentliche Leben dieses Mannes," sagteMiß Vere, „seine Absonderung — seine Gestalt — sein Men-schenhaß, den er als tiefgemnrzelt in seiner Sprache äußernsoll — Herr Ratcliffc, was soll ich von ihm denken, wenn erwirklich die Gewalt besitzt, die Ihr ihm znschreibt?"
„Dieser Mann, junge Dame, war als Katholik erzogen,eine Sekte, weiche tausend Beispiele von Lenten darbietet,die sich aus Macht und Uebcrfluß in freiwillige Entbehrungenzurückgezogen, die noch herber und strenger sind, als diescinigen."
„Er gesteht ja aber keine religiösen Beweggründe ein," er-widerte Miß Vere.
„Nein," erwiderte Natcliffe — „Widerwillen gegen dieWelt hat ihn bewogen, sich ohne den Schleier des Aberglau-bens ans derselben znrückznziehcn. So weit darf ich IhnenMittheilnngen über ihn machen. — Er war der Erbe einesgroßen Vermögens, dessen Vergrößerung seine Eltern außerdemdurch eine Verbindung mit einer weiblichen Verwandten beab-sichtigten, die zu dem Zweck in ihrem Hanse erzogen wurde.Ihr habt seine Gestalt gesehen, nrtheilt somit über die Ge-danken, welche die junge Dame hinsichtlich dieses ihr bestimm-ten Schicksals gehegt haben muß. Sie war jedoch an seineErscheinung gewöhnt und zeigte gegen ihn keinen Widerwillen.Die Verwandte» von — der Person, wovon ich rede, hegtenkeinen Zweifel, daß die Srärke seiner Anhänglichkeit, die man-nigfache Ausbildung seines Geistes, seine vielen liebenswürdigen