an meiner Treue und Klugheit bewegen, daß Ihr den einzigenin Eurer Gewalt liegenden Schritt, um dem furchtbaren Schick-sal zu entgehen, unterlaßt, welches Euch als die Gemahlindes Sir Frcderik Langley zu Theil werden muß."
„Herr Ratcliffe," sagte Miß Vere, „Sie wurden immerals Mann von Ehre und Rechtlichkeit geschätzt, und ein Er-trinkender wird stets den schwächsten Zweig zu seiner Rettungergreifen — ich will Euch vertrauen — ich will Eurem Rathcfolgen — ich will mich Euch am Gartenthor anschließen."
Sie verriegelte die äußere Thüre ihres Gemaches, sobaldHerr Ratcliffe sie verließ, und stieg den Garten durch eine be-sondere Treppe hinab, welche in ihr Ankleidezimmer ansging.Unterwegs empfand sie einige Neigung, ihre so schnell gege-bene Einwilligung zu einem so hoffnungslosen und ausschwei-fenden Plane znrückzunehmen, als sie aber beim Herabsteigender Hintertreppe an einer Thür vorüberkam, welche in dieKapelle führte, vernahm sie die Stimmen der weiblichen Die-nerinnen, welche mit Reinigung der letzteren beschäftigt waren.
„Sie soll hcirathen, und einen so schlechten Mann? lieberalles Andere, wie das!"
„Sie haben recht," dachte Miß Vere, „lieber alles Andere,wie das!"
Sie eilte in den Garten. Herr Ratcliffe hatte sein Ver-sprechen gehalten — die Pferde standen am Gartenthor ge-sattelt, und nach wenigen Augenblicken sprengten sie schnellzur Hütte des Einsiedlers.
So lange der Boden günstig blieb, war ihr Ritt so schnell,daß sie nicht viel mit einander reden konnten; als aber einsteiler Abhang sie nöthigte, die Hastigkeit ihrer Pferde zumindern, drängte sich eine neue Besorgniß der Miß Vere auf.
„Herr Ratcliffe," sagte sie, indem sie den Zügel ihres