148
„Der Dienst, welchen ich Eurer Cousine erwies, gewährtan sich selbst eine genügende Belohnung — guten Abend, ihrHerren," fuhr Earnscliff fort, „ich sehe, die meisten IhrerGesellschaft sind schon nach Ellicslaw unterwegs."
Nachdem er Mareschal mit Artigkeit und die klebrigen mitGleichgültigkeit gegrüßt hatte, wandte Earnscliff sein Pferdund ritt »ach dem Heugh-foot, um mit Hobbie Elliot die wei-teren Maßregeln zu Aufsuchung der demselben geraubten Brautzu bereden, da er noch nicht wissen konnte, letztere sei ihrenVerwandten zurückgegcben.
„Dort geht er," sagte Mareschal; „bei meiner Seele, erist ein schöner, tapferer, junger Herr, und dennoch mochte ichgerne auf dem grünen Rasen mit blanker Waffe ihm gegen-überstehen. Auf der Schule galt ich ihm beinahe gleich imFechtrappiere; ich möchte mich an ihm mit scharfer Klingeversuchen."
„Nach meiner Meinung," bemerkte Sir Frederik Langlcy,„haben wir sehr unklug gehandelt, daß wir ihn und seineLeute ziehen ließen, ohne sie zu entwaffnen; die Whigs wer-den sich wahrscheinlich unter einem so muthigen jungen Kerl,wie er es ist, als ihrem Leiter sammeln."
„Schämt Euch, Sir Frederik," rief Mareschal aus, „glaubtIhr, Ellieslaw konnte mit Ehren seine Einwilligung zu einerGewaltthat gegen Earnscliff geben, als derselbe sein Gebietnur betrat, um ihm seine Tochter zurückzubringen? Wenn eraber auch Eurer Meinung wäre, glaubt Ihr denn, daß ichund die Uebrigen dieser Herren sich durch ihre Theilnahme ansolchem Verfahren beschimpfen würden? Nein, nein, ehrlichesSpiel und alt Schottland für immer. Ist das Schwert ge-zogen, so bin ich bereit, das meinigc wie nur irgend Jemandzu gebrauchen, so lang es aber in der Scheide steckt, haben