eines verschwenderischen Lebens berüchtigt gewesen, welches erim vorgerückten Alter mit der nicht weniger verderblichenLaufbahn eines finstern und unruhigen Ehrgeizes vertauschte.In beiden Fällen hatte er seine vorherrschende Leidenschaftohne Rücksicht auf die Verminderung seines Privatvermögensbefriedigt, obgleich er für verschlossen, geizig und habgierigbei Gelegenheiten gehalten wurde, wo die genannten Anreizun-gen ihm fehlten. Als seine Angelegenheiten durch die Aus-schweifungen seiner Jugend sehr verwirrt waren, ging er nachEngland, wo er eine sehr vortheilhafte Heirath geschlossenhaben soll. Er war viele Jahre abwesend von seinem Familien-sihc. Plötzlich und unerwartet kehrt er als Wittwer zurück,indem er eine Tochter, damals ein Mädchen von ungefährzehn Jahr, mit sich brachte. Von diesem Augenblick an schienseine Geldverschwendung den einfachen Bewohnern der Ge-birge seines Geburtslandes grenzenlos zu sein. Man glaubte,daß er tief in Schulden stecken müsse. Dennoch setzte er seinLeben in derselben verschwenderischen Weise fort, bis die öffent-liche Meinung über seine schlechte Vermögensnmstände wenigeMonate vor dem Beginn unserer Geschichte durch die Erschei-nung des Herrn Ratcliffe in Ellieslaw Castle bestätigt wurde.Dieser schlug dort seinen Wohnsitz ans; vom Augenblick seinerAnkunft schien er durch die schweigende Einwilligung, offen-bar zum großen Mißfallen des Eigenthümcrs jenes Herren-hauses, einen vorherrschenden und unerklärlichen Einfluß inder Leitung von dessen Privatangelegenheiten zu üben.
Herr Ratcliffe war ein ernster, gesetzter, zurückhaltenderMann in vorgerückten Jahren. Denjenigen, die gelegentlichsich über Geschäfte mit ihm unterhielten, schien er mit allenFormen derselben genau bekannt. Mit Andern hatte er wenigVerkehr; bei zufälliger Begegnung oder Unterredung äußerte