Sechstes Kapitel.
Nennen wir uns nicht Diebe nach der Beute desTages, denn wir sind Ritter der Nacht; laßt uns dieFörster der Diana, die Edelleutc des Schattens, dieGünstlinge des MondcL sein.
Heinrich IV. Theil I.
Der Einsiedler hatte die übrige Zeit des Tages, am wel-chem er mit den jungen Damen zusammengetroffen war, inner-halb seines Gartens zngebracht. Am Abende saß er wiederauf seinem Lieblingssteine. Die röthlich nntergehende Sonneunter rollenden Wolken warf ein düsteres Licht über das Moorund ertheilte eine tiefere Purpurfarbe den breiten Umrissenvon kahlen Anhöhen, welche diesen einsamen Platz umringten.Der Zwerg blickte auf die Wolken; als sie sich über einanderin Massen gesammelter Dünste häuften, und als ein HellerStrahl des sinkenden Lichtkörpers auf seine auffallende undseltsame Gestalt fiel, konnte er als der Dämon des drohen-den Gewitters oder als ein Kobold erscheinen, der aus seinemWohnort unter der Erde durch die unterirdischen Zeichen derAnnäherung eines heftigen Sturmes auf die Oberfläche ent-boten war. Als er so dasaß und sein dunkles Auge ans denzürnenden und geschwärzten Himmel wandte, sprengte einReiter schnell auf ihn zu, hielt an, als wolle er sein Pferdauf einen Augenblick Athen, schöpfen lassen und machte dem