341
züge; er ist jedoch der beste und bravste Mann Eures Heeres,von welcher Art auch der Andere sein mag, und er hat esdeßhalb nicht verdient, daß sein Glück so wenig berücksichtigtwurde von Euer Excellenz — von seinem nächsten Verwand-ten — und von einem jungen Mädchen, welche ihm und seinerFamilie Alles verdankt."
Montrose bemühte sich vergeblich , eine andere Auffassungdes Gegenstandes zu veranlassen. Angus war einmal ent-schlossen, die Sache in diesem Lichte zu betrachten, und erwar nicht der Mann von solchem Verstände, daß er sich hätteüberzeugen lassen, sobald er ein Vorurtheil angenommen hatte.
Montrose nahm jetzt einen höhern Ton an und forderteAngns auf, sich in Acht zu nehmen, daß er keine Gefühle hege,welche dem Dienst Sr. Majestät nachtheilig sein könnten. Erhob hervor, wie er besonders wünsche, daß Allan's Anstren-gungen im Laufe seiner gegenwärtigen Gesandtschaft nicht un-terbrochen würden. »Diese Gesandtschaft," sagte er, „ist so-wohl höchst ehrenvoll für ihn selbst, als sie wahrscheinlichvortheilhaft für die Sache des Königs sein wird. Ich erwarte,daß Ihr Eurem Bruder keine Mittheilungcn über andere Ge-genstände macht, noch eine Ursache zur Uneinigkeit aufrcgt,welche seine Seele von so wichtigen Angelegenheiten ablenkenkönnte."
Angus erwiderte etwas verdrießlich, er sei kein Zänkeroder Aufhetzcr zu Zänkereien, er werde vielmehr Frieden znstiften suchen. Sein Bruder wisse so gut wie die meistenMenschen, wie er sich bei seinen eigenen Zänkereien zn beneh-men habe; was Allan's Verfahren betreffe, um Kundschaft znerlangen, so glaube man allgemein, daß er andere Quellenhabe, als die gewöhnlichen Eilboten; er werde sich nicht wun-dern, wenn man ihn eher sehe, als man ihn erwarte.