Druckschrift 
20 (1852) Der schwarze Zwerg und eine Sage von Montrose
Entstehung
Seite
334
Einzelbild herunterladen
 

möglich Euch sterben sehen, denn ich kann nicht glauben, daßdie Art, wie Ihr aus der Welt scheidet, einem christlichenHeere Ehre einbringt, oder als Mnster dienen kann. Mit denWorten verließ er das Zimmer, und der Sohn des Nebelshauchte bald darauf seinen letzten Athemzug.

Mittlerweile befand sich Menteith, nachdem er die neugefundenen Verwandten ihren gegenseitigen Gefühlen gemisch-ter Gemüthsbewegnngen überlassen hatte, in eifrigem Gesprächmit Montrose über die Folgen der Entdeckung.

Wenn ich cs nicht vorher schon bemerkt hätte," sagteder Marquis,so würde ich jetzt erkennen, daß Euer Interessean dieser Entdeckung, mein thenrer Menteith, keinen geringenBezug ans Euer eigenes Glück hat. Ihr liebt diese neu auf-gefnndene vornehme Dame Eure Neigung wird erwidert.In Bezug der Geburt läßt sich kein Einwand machen; in je-der andern Hinsicht stehen ihre Vortheile denjenigen gleich,welche Ihr selbst besitzt. Ueberlegt jedoch einen Augenblick;Sir Duncan ist ein Fanatiker wenigstens ein Presbyteria-ner er steht gegen den König in Waffen; er befindet sichbei uns nur als Gefangener, und wir find, wie ich befürchte,erst im Anfänge eines langen Bürgerkrieges. Haltet Ihr dieß,Menteith, für eine geeignete Zeit, dem Ritter Vorschläge inBezug ans seine Erbin zu machen, oder habt Ihr Ansficht,daß er sie annehmen wird?

Die Leidenschaft, sowohl ein scharfsinniger, wie ein bered-ter Anwalt, gab dem jungen Edelmann tausend Antwortenauf diese Einwürfe ein. Er erinnerte Montrose, daß der Rit-ter von Ardenvohr weder ein Schwärmer in der Politik, nochin der Religion sei. Er berief sich ans seinen eigenen bekann-ten und erprobten Eifer für die königliche Sache, und gabzu verstehen, daß sein Einfluß durch die Heirath der Erbin