sich jetzt auf der linken Schulter von Annot Lyle zeigte. Aucherinnerte man sich, daß man von dem jüngsten Kinde nichtsvorfand, als man die elenden Reste der andern sammelte.Andere Zeugnisse, die hier nicht angegeben zu werden brau-chen, erweckten nicht allein bei Menteith, sondern auch beidem unbefangenen Montrose die vollkommenste Ueberzeugung,daß Annot Lyle, früher ein armes Mädchen niederen Standes,welches sich allein durch Schönheit und Talent auszeichnete,als die Erbin Ardenvohrs von jetzt an höher zu achten sei.
Während Menteith sich beeilte, die Ergebnisse dieser Unter-suchungen den am meisten dabei betheiligten Personen mitzu-theilen, verlangte der Räuber mit seinem Enkel zu reden, dener gewöhnlich seinen Sohn nannte; „man werde denselben,"sagte er, „in dem Nebengebäude finden, wohin er selbst zuerstgelegt worden war."
Wirklich fand man auch den jungen Wilden nach einer sorg-fältigen Aufsuchung, wie er in einem Winkel, von verfaultemStroh eingehüllt, kauerte, und brachte ihn seinem Großvater.
„Kenneth," sagte der alte Ränber, „höre die letzten Wortedes Ahnes deines Vaters. Ein sächsischer Soldat und Allanmit der rothen Hand haben dieß Lager vor wenigen Stundenverlassen, um nach dem Lande Caberfä zu reisen. Verfolge siewie der Bluthund dem verwundeten Hirsche folgt — durch-schwimme den See — erklimme den Berg — dnrchwandlc denWald — raste nicht eher, als bis du sie erreichst." — DasAntlitz des Knaben röthetc sich, als sein Großvater sprach,und er legte seine Hand auf ein Messer, welches in dem leder-nen Riemen steckte, der seinen ärmlichen Mantel znsammen-hielt. „Nein," sagte der Alte, „nicht durch deine Hand mußer fallen. Man wird dich um Nachrichten aus dem Lager be-fragen — sage ihnen, daß Annot Lyle, das Harfenmädchen,