Druckschrift 
20 (1852) Der schwarze Zwerg und eine Sage von Montrose
Entstehung
Seite
275
Einzelbild herunterladen
 

275

Auch Argyle, von Rache erregt, ließ seine zahlreichen Streit-kräfte ausheben, um dem Feinde seiner Familie mit den Mas-sen zu vergelten. Er schlug sei» Hauptquartier in Dunbartonauf, wo sich ihm bald eine beträchtliche Streitkraft, haupt-sächlich aus seinen Clansleuten nnd Vasallen bestehend, an-schloß. Nachdem er sich dort mit einem beträchtlichen Heereregelmäßiger Streitkräfte unter Baillie nnd Urne vereinigthatte, bereitete er sich zum Marsche nach Argyleshire, um denVerheeren seines Familicn-Distriktcs zu züchtigen.

Während diese furchtbaren Heere sich vereinigten, hatteMontrose das verwüstete Land wegen der Annäherung einesdritten verlassen müssen. Dasselbe war im Norden unter demGrafen von Seasorth gesammelt, welcher nach einigem Be-denken die Partei der Covenanters ergriffen und mit Hülfeder aus Veteranen bestehenden Garnison von Jnverneß ein be-trächtliches Heer gebildet hatte, womit er Montrosc von Jn-vcrncßshire ans bedrohte. Der Untergang von Montrose schienjetzt gewiß, denn er war in einem verwüsteten und feindlichenLande eingeschlossen nnd von jeder Seite durch Feinde mitüberlegenen Streitkräften bedroht. Allein gerade in solchenUmständen vermochte der thätige nnd unternehmende Geist desgroßen Marquis die Bewunderung seiner Freunde, sowie dasErstaunen und den Schrecken seiner Feinde zn erregen. Gleich-sam durch einen Zauberschlag sammelte er seine zerstreutenStreitkräfte ans dem verwüsteten Lande, wo sie Krieg geführthatten; kaum hatte er dieselben vereinigt, als auch Argyleund die ihn begleitenden Generale die Kunde vernahmen, daßdie Royalisten aus Argyleshire verschwunden wären nnd sichnördlich in die dunklen unzugänglichen Gebirge von Lochaberzurückgezogen hätten.

Der Scharfsinn der gegen Montrose abgcsandten Generale

18 °