Druckschrift 
20 (1852) Der schwarze Zwerg und eine Sage von Montrose
Entstehung
Seite
276
Einzelbild herunterladen
 

276

erkannte sogleich, daß ihr thätiger Gegner die Absicht hege,dem Grafen Seaforth eine Schlacht zn liefern nnd womöglichihn zu vernichten, bevor sie ihm zn Hülfe kommen könnten.Dies; verursachte eine entsprechende Veränderung ihrer Opera-tionen. Urne und Baillie trennten ihre Streitkräfte von de-nen Argylc's, und überließen diesem Häuptling seine eigeneVertheidigung; da sie hauptsächlich Reiterei und niederländi-sches Fußvolk unter ihrem Befehl hatten, zogen sie sich an dersüdlichen Seite der Grampischcn Gebirge hin, rückten nachOsten in die Grafschaft Angus, und wollten von dort nachAberdeenshire Vordringen, um Montrose anfznfangen, wenner in jener Richtung zn entkommen versuchen würde.

Argyle unternahm es, mit seinen eigenen Aushebungen nndanderen Truppen dem Marsche Montrose's zn folgen, so daßLetzterer, wenn er mit Seaforth oder Baillie nnd Urne in'sGefecht käme, durch dies; dritte Heer, welches in einiger Ent-fernung seiner Nachhut folgte, zwischen zwei Feuer geriethe.

Zu dem Zweck marschirte Argyle wieder nach Jnverary,indem er bei jedem Schritte Gelegenheit hatte, die Verheerun-gen zu beklagen, welche die feindlichen Clans in seinem Landeund an seinen Stammgenossen verübt hatten. Wieviel edleEigenschaften auch die Hochländer besaßen, nnd sie besaßenderen viele, so gehörte nicht dazu die Milde in der Behand-lung eines feindlichen Landes; allein sogar die Verheerungenfeindlicher Truppen mußte die Zahl von Argylc's Krieger ver-mehren. Noch jetzt ist es ein hochländisches Sprüchwort:Derjenige, dessen Hans verbrannt sei, müsse Soldat werden."Hunderte von den Einwohnern dieser unglücklichen Thäler be-saßen damals keine anderen Mittel znm Unterhalt, als daßsie gegen Andere dieselbe harte Behandlung übten, welche sieselbst erlitten hatten; es bot sich ihnen keine zukünftige