Diese Gewohnheit des Kampfes ward durch die Einführungder Mnskctcn im Heere der schottischen Niederlande sebr ver-ändert; die Muskete, mit dem Bajonette noch nicht vereinigt,war eine furchtbare Waffe von der Ferne ans, gewährte aberkeine Sicherheit gegen einen Feind, welcher sich schnell in'sHandgemenge stürzte. Die Pike war allerdings noch nicht imschottischen Heere ungewöhnlich geworden, sic war aber nichtlänger die Lieblingswaffe, und erweckte auch bei denen, welchesie führten, nicht mehr dasselbe Vertrauen; dieß war so sehrder Fall, das; Daniel Lnpton, ein Taktiker jener Zeit, ein be-sonderes Buch über den Vorzug der Muskete geschrieben hat.Dieser Wechsel begann mit den Kriegen Gustav Adolphs, des-sen Märsche mit solcher Schnelligkeit geschahen, daß die Pikein seiner Armee sehr schnell weggeworsen und gegen Feuer-waffen vertauscht wurde. Mit diesem Wechsel, sowie mit derEinrichtung stehender Heere, wodurch der Krieg ein Gewerbewurde, war nvthweudig die Einführung eines mühsamen undverwickelten Systems der Disciplin verbunden, welches eineMannigfaltigkeit von Commandoworten mit entsprechendenOperationen und Mannvvern vereinigte; die Vernachlässigungirgend eines derselben mußte das Ganze in Verwirrung brin-gen. Der Krieg deßhalb, wie er unter den europäische» Na-tionen geübt wurde, hatte bei weitem mehr, als früher, denCharakter eines mit Geheimnissen verbundenen Gewerbes an-genommen, wozu vorhergehende Hebung und Erfahrung noth-wendigc Erfordernisse waren. Dies; war die natürliche Folgeder stehenden Heere, welche beinahe überall und besonders inden langen Kriegen Deutschlands dasjenige ersetzt hatten, wasman mit dem Namen einer natürlichen Disciplin der Feudal-miliz bezeichnen kann.
Die Miliz des schottischen Niederlandes litt deßhalb an