22
laubniß dafür erlangten, auf dem Boden ihrer Geburt zu le-ben und zu sterben. Auch vergaß Janet nicht die Vorbedeu-tungen, welche die Auswanderung des celtischcn Stammes«nd die Ankunft der Fremden vorher verkündeten. Zwei Jahrevor diesem Zeitpunkte vernahm man, als der Nachtwind durchden Paß von Balachra heulte, wie sein Ton deutlich nach derWeise eines Liedes war, womit die Auswanderer die Uferihrer Heimath zu verlassen pflegen. Das rauhe Geschrei süd-ländischer Hirten und das Gebell ihrer Hunde wurde im Ne-bel der Hügel lange Zeit vor ihrer wirklichen Ankunft gehört.Ein Barde, der letzte seines Stammes, hatte die Vertreibungder Eingebornen ans dem Thale in einem Liede berichtet,welches Thräncn in die alten Augen des Veteranen brachte,und welches sich ans folgende Weise übersehen läßt:
„Weh Euch vom Niederlnnd, Weh über Euch!
Weßhnlb verlaßt Ihr Euer schönes Reich?
Weßhalb kommt Ihr in'S Hochland, uns zu stören,lind alte Sitt' in Unrecht zu verkehren?"
Was aber den Kummer des Sergeanten Mac Alpin beidieser Gelegenheit noch steigerte, war der Umstand, daß derHäuptling, durch welchen dieser Wechsel bewirkt war, derUeberliefernng und Volksmeinnng als der Repräsentant ver-alten Führer und Väter der vertriebenen Flüchtlinge galt.Bis dahin aber hatte Sergeant More seinen hauptsächlichstenStolz darein gesetzt, durch genealogische Darlegung den Gradder Verwandtschaft zu beweisen, worin er zu dieser Personstand. In Bezug auf dieselbe fand jetzt eine schmerzliche Ver-änderung seines Gefühles statt.
„Ich kann ihn nicht verfluchen," sagte er, als er aufstandund durch das Zimmer schritt, nachdem Janet ihre Erzäh-lung beendigt hatte — „ich will ihn nicht verfluchen; er ist