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ceremoniösen Wesen; ihre Furcht vor Schande hielt sie nichtlänger von Thaten zurück, welche wirklich werthlos waren,sondern bewirkte allein, daß sie ans spitzfindig ausgestellte Ge-bräuche hielten, die von demjenigen weit entfernt sind, waswirklich ein Lob verdient. Ein Cavalier von Ehre, wel-cher sein Glück suchte, konnte znm Beispiel eben so oft dieFahne wie sein Hemd wechseln, nach der Weise des mannhaf-tigen Kapitäns Dalgetty bald für die eine, bald für die an-dere Sache fechten, ohne ans die Gerechtigkeit des KampfesRücksicht zu nehmen, und die Bauern mit der unerbittlichstenHabsucht plündern, wenn das Kriegsglück ihm dieselben un-terworfen hatte; er mußte sich aber in Acht nehmen, daß ernicht den geringsten Vorwurf, sogar den eines Geistlichen,ungeahndet ließ, wenn sich derselbe auf den Militärdienst be-zog. Folgender Vorfall wird dasjenige, was ich hier andente,erläutern.
„Hier darf ich es nicht vergessen, daß ich einen unsererGeistlichen, Herrn William Forbcsse, Feldprediger und so-gar im Nothfall Hauptmann, erwähne, welcher sehr wohldie Soldaten bei guter Gelegenheit führen konnte, denn erwar ein Mann von Mnth, Verstand und gutem Benehmen,und übertraf viele von mir gekannte Hanptleute, die nicht sofähig waren, wie er. Damals hielt er nicht allein für unsGebete, sondern ging auch mit uns in's Gefecht, um, wie ichglaube, das Benehmen der Leute zu beobachten; als er nunfand, daß ein Unteroffizier seine Pflicht und seine Ehre beieiner solchen Gelegenheit vernachlässigte (dessen Namen willich jetzt hier nicht nennen), gab er ihm einen Verweis undsagte ihm, daß er es mir anzeigen wolle, was er denn auchnach dem Gefechte that. Als ich den Unteroffizier kommenließ, und ihm seine Anklage vorhielt, läugnete derselbe die