und rief: „Ich bin frei! frei! Ich sehe meinen Vater wieder!"Dann gingen sie, innig an einander gepreßt, langsam hinaus, nmden alten Krabb bei der Havelbrücke aufzusuchen, der ihrer draußenharrte, und ihn zum Zeugen ihres Glücks zu machen, statt seineFluchtanstalten zu benutzen.
Sv wandelten sie dahin. Wie finster der bewölkte Himmel überihnen hing, — ihnen strahlte Alles in wunderbarer Herrlichkeit.Das rothe Licht, welches hier und da durch die Nacht von einemerleuchteten, einsamen Fenster schimmerte, war ihnen Morgenröthedes ewigen Festtages.
„O, ich bin so selig," sagte Clementine, „o, ich bin allzu-glücklich. Ich kan» nicht glauben, daß Alles Wahrheit und Wirk-lichkeit ist. Ich fürchte mitten in meiner Ueberzeugung, und habeAngst mitten iu meiner Freude, es komme neues Unglück und zer-trümmere unser Paradies!"
Sie sagte es; und in der That schien ihnen ein Unglück nach-zukommen. Sie hörten hinter sich die raschen Fußtritte eines Men-schen, bald näher seinen fliegenden Odem. Er nahm, da er ihrerin der Finsterniß gewahr ward, die Richtung gegen sie. Wilmson,als er dies bemerkte, blieb stehen. Er erkannte den Mann nicht,der nur einen Augenblick verweilte, und mit kurzathmigcr, hasti-ger, ängstlicher Stimme sagte: „Um Gotteswillen, machen Siesich fort! fort! Sic werden arretirt! Eilen Sie davon, so schnellSic können!" — Damit rannte der Mensch hinweg. Wilmsonstand bestürzt neben Clementinen und sagte: „Was ist das? Hatder König den Sinn geändert? Bereut er, mein Glück gemachtzu haben? Hat er vielleicht erfahren, daß er mir Wider seinenWillen Dich gab, du höchstes Ziel meiner Wünsche? Laß unseilen! Die Warnung kommt von meinem guten Obersten!"
„Meine Glieder aber sind vom Schrecken wie gebrochen!" seufzte