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gen auf einem Spazierritte begegnete. Es ist Verwechselung ge-schehen. Der König selbst bedauert dich. Es ist ein verdammterHandel. Aber was willst du hier in bürgerlicher Kleidung? DerKönig will dich sehen."
Wilmson entschuldigte sich mit der Eile und dem Befehl desOrdonnanzoffiziers. Der Oberst ließ sogleich den Feldweibel derSchloßwache erscheinen, und Wilmson mußte aus den Kleidern des-selben seine Toilette machen. Dies kaum vollbracht, ward er mitClementinen in das hellerleuchtete Gemach des Königs geführt.
Als das Paar eintrat, blieb der König finster stehen, und run-zelte verdrießlich die Stirn, indem er seine Blicke auf Clementinenheftete. Sie schien einer Ohnmacht nahe. In WilmsonS Zügenmalten sich Furcht, Schmerz und verzweiflungsvoller Trotz. Derbleiche Schein der Kerzen entstellte die sonst schöne» und edeln Zügebeider Gesichter noch mehr.
„Hast du dem Kommandanten nicht gesagt, daß du die Unrechtewärst, daß dir eine andre Weibsperson meinen Brief gegeben?"fuhr der König das bebende Mädchen mit rauhem Tone an.
„Ihre Majestät, hundertmal sagt' ich's!" antwortete Clcmen-tine, indem sie ihre letzte Kraft zusammenraffte, mit zitternder,,kaum vernehmbarer Stimme: „aber man hörte mich nicht an."
„Ew. Majestät haben mir ausdrücklich verboten, irgend eineEinwendung anzuhören!" sagte der Kommandant, welcher sehrbestürzt und düster seitwärts stand.
„Schweig' Er den Augenblick!" donnerte ihn der König an:„Er rede, wenn Er gefragt wird! Augen hätte Er haben sollen,gesunde Augen. Könnt' Er sich denn einbilden, daß ich solchemKerl von meiner Garde den Zwerg von Mädchen, solch ein schwäch-liches, zerbrechliches Ding, wie das da, zur Frau geben würde?Nimmermehr."
Der König ging mit raschen, großen Schritten nachdenkend durchs