Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
371
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weift», welche unter dem Vorwand des Bedauerns oder Glück-wünschens, von Neugier herbcigezoge» wurden.

Der Tag verschwand. Die Glücklichen lebten ihn ganz nursich. Wie viel hatten sie einander zu erzählen! Ein einziger Ge-danke allein noch machte sie beide zittern, der Gedanke an denKönig, und daß er, in seiner furchtbaren Willensstärke, vielleichteben so gewaltthätig ihre Ehe zerreiße» könnte, als er sie ge-knüpft hatte.

Als ich deine Gestalt, du Geliebter, in dem schrecklichsten Augen-blick meines Lebens neben mir, wie in einem Nebel erkannte, wardes in mir wieder stiller!" sagte Clementine:Ohne dies wäremein Tod unvermeidlich geworden. Und er ist unvermeidlich, wennmich ein königlicher Machtsprnch wieder von dir reißt. Die Ewig-keit hält ja tausend Pforten offen."

Zittere nicht, Clementine. Der König ist gut. Er kann undwird das nicht wollen. Wenn aber dennoch . . . wir entfliehen.Jeden Tag, jede Stunde erwart' ich den alten Krabb, jeden Augen-blick bin ich zur Flucht fertig. In meiner Brieftasche trage ich an-sehnliche Summen. Und mißlingt Alles du hast Recht, die tau-send Pforten stehen offen."

Indem die Liebenden in die dunkle Abenddämmerung hineinplauderte» und kosteten, ward an die Thür gepocht. Wilmson trathinaus. Ei» Ordonnanzoffizier stand vor ihm, und brachte den könig-lichen Befehl: Wilmson solle mit dem ihm heut' angetrauten Mäd-chen sogleich auf dem Schlosse erscheinen. Beide hörten mit Schau-dern den Befehl. Der Offizier ließ ihnen keinen Augenblick. Cle-mentine warf den Seidenmantel, das letzte Uebcrbleibsel ihres ehe-maligen Standes, um sich, und Wilmson führte sie schweigend anseinem Arme dem Boten des Königs nach. Erst unterwegs be-merkte der Feldweibel, daß er, wie er zu Hause Pflegte, in seine»bürgerlichen Kleidern geblieben. Sv könne er vor dem König nicht