Druckschrift 
8 (1851)
Entstehung
Seite
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reichte und ihn noch eine Strecke begleiten wollte. Fritz drückteden Alten heftig a» die Brust. Er konnte vor Wchinuth nichtsprechen. Thränen stürzten ans seinen Augen.

„Kreuzbataillon i" schrie Krabb, und wollte mannhaft scheinen,den Schmerz verbeißen, der ihm die Brust znsammcnzog, und dieThränen wcgschüttcln, die ihm in den grauen Schnurrbart fielen:„WaS ist denn das? Ich glaube gar, Sie flenne» wie ein altesWeib, Fritz. Schämen Sie sich, Herr. Hol'S der Teufel, ich habenichts mehr mit Ihnen zu thun. Ei» Soldat mnß nicht heulen.

Krabb wollte noch mehr zu Fritzens Ermuthignng sagen, aberseine Stimme brach. Er brachte kein Wort mehr über die beben-den Lippe», drückte dem jungen Wilmson die Hand und ging wei-nend und fluchend über die Brücke zurück in die Stadt, indem erzwischcncin für fich sang:

Ave, ave, ave!

Ja, Scheiden und Meiden thut weh'!

Sobald der junge Wilmson die Thürmc von Magdeburg hintersich aus de» Augen verloren hatte, beruhigte sich sein Inneres. Er-sah in die Zukunft hinaus, sah im fernen Hintergründe seine Er-lösung, seine Flucht, die freien, schönen User des Bodensee'S unddas Landgut der Schwester seines Vaters. Zwar das rechtlose, ge-waltthätigc Verfahren, durch welches er binnen vierundzwanzigStunden ans der Mitte aller seiner Freuden und seiner Freundehinweg in einen Haufen roher oder liederlicher oder unglücklicherMenschen geworfen war, empörte noch von Zeit zu Zeit seine Galle;aber er zerstreute sich, wie er konnte, und zum ersten Mal fühlteer die Weisheit und ihr Glück in Ausübung der LebcnSregel» seinesVaters: Sei dein eigener Meister, und du bist Meister in der Welt.