— 3:!7 —
mich abgewiesen. Der König besteht darauf, dich in der Garde zuhabe». — Nun denn, du gehst also nach Potsdam. Du ergibstdich in dein Schicksal."
— Und das können Sie, lieber Vater, so kalt aussprechcn?
„Du ergibst dich in dein Schicksal. Ich werde dir Neisckleidcrsenden. Hier hast du Geld, wenn du dessen bedarfst. Du gehstnach Potsdam: du unterwirfst dich Allem, was dir geboten wird;du sollst dir Jedermanns Vertrauen erwerben. Ich verlange dasvon dir."
— Ich laufe davon, und steht gleich Galgenstrafe darauf.
„Nimmermehr! Du bleibst, bis ich dich rufe. Deine Unbeson-nenheit würde dich und mich verderben. Wir haben hier kein schüz-zendes Gesetz. Wage cs nicht, Argwohn oder Zorn zu erwecken-,erst dann würden wir verloren sein. Ich will sorgen. Ueberlaß Gottund mir Alles. Ich werde dich retten. Nur du übereile nichts."
— Und wie lange muß ich Sklavendicnste thnn?
„Bis ich selbst frei bin, bis mein Vermögen in Papier ver-wandelt und außer Landes ist. Dann wollen wir handeln. Seiohne Kummer. Gehe deinem Verhängnisse heiter entgegen."
— Aber soll ich den Eid der Treue schwören?
„Kannst du den Zwang hindern? Gezwungener Vertrag ist keinVertrag. Gott und Vcrnnnst sagen dich vom erpreßten Eide los.Sollten solche Eide wider die ewigen Rechte gelten, so könnte man»ns auch schwören lassen, veriinnftlose Thiere zu werden."
— Ich gehorche, Vater.
„Du thust wohl daran. Wer nichts zu bereuen hat, hat an nichtszu verzweifeln. Der König wollte mir heute ei» festliches Gast-mahl vereiteln; mehr ist'S nicht. Meine Schwester . . ."
— Ach, weiß sie mein trauriges Loos?
„Sic weiß Alles. Ich selbst kündigte ihr cs an. Ich sagte nur:Schwester, dein Wunsch wird min erfüllt. Ich verlasse MagdeburgZsch. N°v. VI». 11*